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08.12.2009

Erste laktosefreie Verhütungspille erhältlich

Mädchen und Frauen, die unter Laktose-Intoleranz leiden und besonders auf eine möglichst geringe Milchzucker-Zufuhr achten möchten, steht nun eine Verhütungspille zur Verfügung, die keine Laktose (Milchzucker) enthält. Laktose ist ein gängiges Bindemittel vieler Dragees und Tabletten, das dazu dient, den eigentlichen Wirkstoff zu stabilisieren und zu transportieren. Auch Verhütungspillen enthalten normalerweise in geringen Mengen Laktose, um die Wirkstoffe mechanisch und chemisch zu stabilisieren und die Freisetzung des Wirkstoffs zu bestimmen.

Eine Tablette oder ein Dragee enthalten in der Regel weniger als 0,1 Gramm (1-2 ml Milch), was von Frauen mit Milchzucker-Unverträglichkeit meist problemlos vertragen wird. Empfindliche Personen zeigen erst ab einer Menge von 0,2 Gramm Symptome einer Unverträglichkeitsreaktion. Werden jedoch weitere Medikamente oder auch Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, die ihrerseits wieder Milchzucker enthalten, kann es sinnvoll sein, bekannte Laktose-Quellen auszuschließen. Wie viel Laktose der Körper verträgt, ist individuell unterschiedlich. Die laktosefreie Verhütungspille ist daher für Frauen gedacht, die extrem darauf achten, nicht über die tägliche Schwelle an Laktose zu kommen, die Probleme bereitet. Auch eignet sie sich für Frauen mit Milchzucker-Intoleranz, die durch die Einnahme von laktosehaltigen Produkten und Arzneien verunsichert sind (z.B. Packungsbeilage) und sich dadurch nicht weiter belasten möchten.

Die Laktose-Intoleranz kommt durch einen Mangel des Milchzucker-spaltenden Enzyms Laktase zustande. Sie ist in seltenen Fällen angeboren, wird jedoch häufig im Laufe des Lebens erworben. Ohne dieses Enzym kann der Mensch Milchzucker aus der Nahrung nicht verdauen, sondern es wird im Dickdarm vergoren und bereitet deswegen Probleme. Die Folge können Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall, in seltenen Fällen auch Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit oder Hautprobleme sein. Gegen eine Laktose-Intoleranz hilft nur das Vermeiden von laktosehaltigen Lebensmitteln oder die Einnahme von laktasehaltigen Präparaten. Laktose kann in vielen Lebensmitteln und in kleinen Mengen eben auch in Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten als Zusatzstoff beigemengt sein.

Bei der laktosefreien Pille handelt es sich um eine Mikropille, welche die Wirkstoffe Ethinylestradiol und Chlormadinonacetat enthält, um die Empfängnisverhütung zu gewährleisten. Als Ersatz für den Milchzucker wurde als Trägersubstanz Cellulose verwendet. Sie ist der Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände und für Menschen mit Milchzucker-Unverträglichkeit ein unproblematischer Zusatzstoff.



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