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03.12.2009

Neue Grippe: Gefährdete Schwangere können mit Pandemrix geimpft werden

Impfung in der SchwangerschaftSchwangere können mit dem verfügbaren Impfstoff Pandemrix gegen die Neue Grippe immunisiert werden. Dies gilt für werdende Mütter, bei denen aufgrund einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung eine Impfung für notwendig erachtet wird. Das Paul Ehrlich-Institut (PEI), welches die Zulassung von Arzneimitteln überwacht, weist darauf hin, dass die Anwendung von Pandemrix nach sorgfältiger individueller Nutzen-Risiko-Analyse durch den behandelnden Arzt in der Schwangerschaft sinnvoll sein kann. Daher empfiehlt der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) allen werdenden Müttern, sich mit ihrem Gynäkologen zu beraten, ob für sie eine Impfung gegen die Neue Grippe sinnvoll ist. „In die Entscheidung bezüglich der Immunisierung geht die aktuelle epidemiologische Entwicklung der Neuen Grippe ein. Ebenso wird berücksichtigt, ob die Schwangere ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hat - etwa weil sie an einer chronischen Grunderkrankung wie Asthma oder Diabetes leidet. Auch fließt ein mögliches erhöhtes Infektionsrisiko in die Abwägung mit ein", erklärt Dr. Christian Albring, Präsident des BVF. Basierend auf der individuellen Situation der Schwangeren kann bevorzugt ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel geimpft werden. Auch stillende Mütter können mit Pandemrix geimpft werden.

Bei Pandemrix handelt es sich um einen Spaltimpfstoff, dem ein Wirkstoffverstärker - ein so genanntes Adjuvans - zu gesetzt wurde. „Nach Angaben des PEI gibt es derzeit keine Hinweise aus Studien am Tiermodell beziehungsweise am Menschen für eine schädigende Wirkung des Adjuvans auf das Ungeborene - weder für dessen Einzelkomponenten noch für den kombinierten Einsatz des Adjuvanssystems", erklärt Dr. Wojcinski, Sprecher der AG Impfen des BVF. In vielen Ländern wurden bereits Schwangere geimpft. Aus Schweden liegen inzwischen erste Daten zur Impfung bei 31.000 schwangeren Frauen mit Pandemrix vor, die von der schwedischen Arzneimittelbehörde veröffentlicht wurden. Weder die schwedische Arzneimittelbehörde noch die europäische Zulassungsbehörde European Medicines Agency (EMEA) sehen aktuell ein erhöhtes Risiko, für eine Impfung von werdenden Müttern mit Pandemrix, das gegen die Anwendung des Impfstoffs bei Schwangeren sprechen würde.

Die Gesundheitskonferenz der Länder hat bei dem australischen Impfstoffhersteller CLS einen Impfstoff ohne Wirkstoffverstärker bestellt, welcher der Impfempfehlung für Schwangere durch die Ständigen Impfkommission (STIKO) nachkommt. Die Auslieferung dieser 150.000 Impfstoffdosen wird für Mitte Dezember erwartet. Nach Angaben des PEI stünden Schwangeren ab diesem Zeitpunkt dann zwei Möglichkeiten zur Verfügung, um sich basierend auf der individuellen Gefährdungssituation gegen die Neue Grippe impfen zu lassen. In Deutschland gibt es jährlich rund 660.000 Schwangerschaften.

Hintergrund der Impfempfehlung der STIKO für werdende Mütter ist, dass eine Schwangerschaft einen Risikofaktor für einen komplikationsreichen Verlauf der Grippeerkrankung darstellt - dies gilt für die pandemische als auch für die saisonale Influenza. Das Risiko für die Häufigkeit und Dauer von Krankenhausaufenthalten aufgrund schwerer Atemwegserkrankungen ist erhöht, weswegen Schwangere frühzeitig als Risikogruppen identifiziert wurden, die im Pandemiefall bevorzugt geimpft werden sollten. Natürlich ist bei einem Großteil der schwangeren Frauen ein unkomplizierter Verlauf der Neuen Grippe zu erwarten.

Weitere Informationen zur Neuen Grippe finden Sie auch im Fokus von www.frauenaerzte-im-netz.de , wo Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Neuen Grippe (Schweinegrippe) zusammengefasst sind.



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