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30.11.2009

Unentdeckter Diabetes kann wiederkehrende Scheideninfektionen begünstigen

Bei Frauen kann ein nicht diagnostizierter, unbehandelter Diabetes für häufige vaginale Infektionen ursächlich sein. „Diabetes hat hohe Blutzuckerspiegel zufolge, die wiederum erhöhte Zuckerkonzentrationen auf den Schleimhäuten der Scheide erzeugen können. Diese Zuckermoleküle bieten dann insbesondere Hefepilzen, wie Candida albicans, eine günstige Nährstoffversorgung und leisten wiederkehrenden Pilzinfektionen Vorschub. Gerade bei jüngeren übergewichtigen Frauen kann dann daher neben einer mikrobiologischen Untersuchung beim Gynäkologen auch ein Diabetes-Test sinnvoll sein, um abzuklären, ob die Stoffwechselstörung für die Beschwerden verantwortlich ist“, erklärt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). Typ-2-Diabetes entwickelt sich meistens langsam und zunächst relativ beschwerdefrei, weswegen er gerade bei jüngeren Patientinnen zunächst nicht festgestellt wird. Nicht selten können bis zu einer Diagnose 5 bis 10 Jahre vergehen.

Falsche Ernährung kann nicht nur indirekt über einen Diabetes, sondern auch direkt eine Ursache für wiederkehrende Vaginalinfektionen sein. Eine zuckerreiche Ernährung fördert eine Candida-Besiedlung im Darm. Die Pilze können dann aus dem Enddarm über den After zur Vagina gelangen, indem sie die kurze Strecke zur Scheidenöffnung überwinden und eine Infektion verursachen. „Frauen, die häufig unter Pilzinfektionen der Scheide leiden, können durch eine Ernährungsumstellung mit eingeschränktem Verzehr von Zucker ihr Erkrankungsrisiko verringern“, rät der Gynäkologe. „Außerdem sollte bei der Toilettenhygiene darauf geachtet werden, dass keine Pilze oder auch Bakterien aus dem Darm auf die Schleimhäute der Scheide gelangen und Infektionen auslösen.“

Weitere häufige Ursachen für wiederkehrende Infektionen im Intimbereich sind übertriebene Hygiene durch Vaginalduschen und Sitzbäder oder eine Behandlung der Unterwäsche mit Hygienespülern. Auch können String-Tangas und zu enge Hosen eine mechanische Reizung der empfindlichen Schleimhäute hervorrufen. „Verletzte Hautareale erhöhen dann ebenfalls die Wahrscheinlichkeit von Infektionen und auch das Risiko, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken“, ergänzt Dr. Albring. „Daneben fördern auch Intimpiercings oder Intimschmuck eine Besiedlung mit Keimen. Sie sollten von Patientinnen mit häufigen Infekten unbedingt entfernt werden.“

Candida-Infektionen sind fast so ansteckend wie Erkrankungen, die durch Viren oder Bakterien übertragen werden. In der Regel kommt es nur dann zu einer Infektion, wenn die Pilze auch günstige Lebensbedingungen vorfinden und das Scheidenmilieu gestört ist oder eine Immunschwäche vorliegt.



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