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27.11.2009

Frauen mit Multiple Sklerose haben sichere Schwangerschaften

Baby greift nach den SternenDie entzündliche Erkrankung des Nervensystems Multiple Sklerose (MS) tritt mehrheitlich bei Frauen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf - einem Zeitraum in dem Kinderwunsch und Schwangerschaft eine große Rolle spielen. Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es für Frauen, die an MS erkrankt sind, keinen Anlass gibt, aus gesundheitlichen Bedenken auf eine Schwangerschaft zu verzichten. „Frauen mit MS haben lediglich ein geringfügig erhöhtes Risiko dafür, etwas zierlichere Kinder zu bekommen. Auch die Wahrscheinlichkeit, das Kind nicht natürlich sondern mit Hilfe eines Kaiserschnitts auf die Welt zu bringen ist nur minimal höher. Grundsätzlich sind der Verlauf ihrer Schwangerschaften und der Gesundheitszustand des Nachwuchses jedoch mit dem von gesunden Müttern vergleichbar", berichtet Dr. Christan Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. Dabei bezieht er sich auf die Studie von Eliza Chakravarty von der Stanford University School of Medicine, die im Fachmagazin „Neurology" veröffentlicht wurde.

In die Untersuchung gingen die Daten von über 18,8 Millionen Geburten in US-amerikanischen Krankenhäusern ein. Mehr als 10.000 von ihnen betrafen Mütter, die an Multiple Sklerose erkrankt waren. Der Verlauf dieser Entbindungen und der Gesundheitszustand der Neugeborenen wurden mit dem von gesunden Frauen und Frauen, die an Epilepsie oder Diabetes mellitus erkrankt waren, verglichen.

Gegenüber gesunden Frauen, hatten die Kinder von MS-Patientinnen nur ein um den Faktor 1,7 erhöhtes Risiko,  sich etwas langsamer im Mutterleib zu entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit, ihr Kind durch einen Kaiserschnitt auf die Welt zu bringen, war um den Faktor 1,1 erhöht. „Aufgrund dieser und auch früherer Studien, scheint es sicher, dass die MS praktisch keinen negativen Einfluss auf eine Schwangerschaft hat. Daher stellt die Schwangerschaft einer MS-Patientin auch nicht zwangsläufig eine Risikoschwangerschaft dar", meint der niedergelassene Gynäkologe aus Hannover. „Frühere Untersuchungen konnten bereits zeigen, dass MS-Patientinnen kein höheres Risiko für Fehl- oder Frühgeburten haben oder dafür, ein Kind mit Fehlbildungen zu bekommen." Auch die Fruchtbarkeit ist bei Frauen mit MS ist nicht eingeschränkt.

Hinsichtlich des Krankheitsverlaufs brauchen Frauen ebenfalls keine Bedenken zu haben. Eine Schwangerschaft hat sogar eher einen günstigen Einfluss auf den zukünftigen MS-Verlauf. „Nach der Geburt besteht zwar ein erhöhtes Risiko für einen Krankheitsschub. Dies hat jedoch keinen negativen Einfluss auf den weiteren MS-Verlauf. Es gibt aus medizinischer Sicht also keine Bedenken, die MS-Patientinnen davon abhalten könnten, ein Kind zu bekommen", betont Dr. Albring.

Bei MS-Erkrankten werden Teile der Nervenfasern zerstört, die maßgeblich an der Weiterleitung von Impulsen beteiligt sind, aber auch Nervenfasern und -zellen selbst. Dadurch kommt es unter anderem zu Lähmungserscheinungen, es können Muskeln nicht mehr richtig koordiniert oder Sinnessignale nicht korrekt weitergegeben werden. Eine Heilung der Krankheit ist zurzeit nicht möglich, wohl können aber der Verlauf therapeutisch gebremst und die Symptome gelindert werden.



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