Wohlige Wärme, gedämpftes Licht und betörende Düfte sind die ideale Kombination zum Relaxen. Das eigene Badezimmer lässt sich so ganz schnell zum privaten Wellness-Tempel umfunktionieren. „Keine Frage: Ein Bad in der Wanne ist besonders im Winter entspannend", sagt die Hautärztin Gisela Hubbes. Wer dabei ein paar Tipps beachtet, tut nicht nur seiner Seele, sondern auch seiner Haut etwas Gutes.
Wie oft und wie lange darf ich baden?
Zu lange oder zu heiße Bäder bringen nicht nur den Kreislauf durcheinander, sondern schaden der Haut. „Tägliche Dusch- oder Badeaktivitäten sind deshalb aus dermatologischer Sicht nicht empfehlenswert", erläutert Hubbes. „Baden sollte man höchstens zweimal pro Woche und das nicht länger als 20 Minuten." Dabei gelte die Regel: je trockener die Haut, desto kürzer das Bad. Sonst leidet der natürliche Schutzfilm noch mehr. Denn Kälte, Wind, dicke Kleidung und Heizungsluft machen der Haut im Winter ohnehin schon zu schaffen. „Ob draußen oder drinnen: Unserer Haut wird Feuchtigkeit entzogen", sagt Hubbes. „Sinkt der Wassergehalt der Hornschicht unter zehn Prozent und ist dann noch der Fettschutzmantel angegriffen, machen sich die unangenehmen Begleiterscheinungen trockener Haut bemerkbar." Das bedeutet: Sie juckt und spannt, wird spröde, rau und rissig.
Wie heiß darf das Badewasser sein?
Auch wenn jeder Mensch Hitze anders empfindet, sollte das Wasser nicht zu heiß sein. Sonst versagt der Kreislauf, warnt Hanne Vedder, Kosmetikexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Optimal sei eine Temperatur zwischen 35 und 38 Grad Celsius, fügt Hubbes hinzu. „Bei erhöhtem Blutdruck sind Temperaturen über 37 Grad tabu."
Welcher Badezusatz ist der Richtige?
Je nach Hauttyp kommen unterschiedliche Badezusätze infrage: Bei normaler Haut reichen Pflegebäder auf Öl-, Milch- oder Cremebasis aus, um die Körperoberfläche vor dem Austrocknen zu bewahren. Menschen mit fettiger Haut haben dagegen häufig ein Akneproblem. Hier kann durchaus ein leichtes Austrocknen von Nutzen sein. Das lässt sich durch Dusch- oder Badegele erreichen. Wer eine trockene Haut hat, nimmt am besten ein Produkt mit rückfettenden Bestandteilen, zum Beispiel ein Badeöl, rät Vedder. Bei Ölen sei der Fettfilm auf der Haut geschlossener als bei Cremes und Lotionen, ergänzt die Apothekerin und Wellnessbuch-Autorin Annabelle Fagner. Das führe zu einer besseren Hautfeuchtigkeit. Sie weist allerdings darauf hin, dass nicht jeder jedes Öl gleich gut verträgt. Auch pflanzliche Öle könnten durchaus zu allergischen Reaktionen führen - ein Test an einer kleinen Hautstelle vor dem Bad erspart unliebsame Überraschungen. Frauen mit häufigen Scheideninfektionen sollten ohne Zusätze jeglicher Art baden, um das empfindliche Scheidenmilieu nicht zu stören.
WAS MACHE ICH NACH DEM BADEN?
"Der durch Wasserkontakt gestörte natürliche Säureschutzmantel wird im Winter nicht so schnell wieder aufgebaut wie im Sommer", erklärt Hubbes. Eincremen sei für die kalte Jahreszeit ein absolutes Muss. Dazu eignen sich Lotionen und Cremes mit hohem Fettanteil, eventuell auch mit Zusatz von feuchtigkeitsbindendem Harnstoff. Und um das Entspannungserlebnis zu vollenden, empfiehlt es sich, nach dem Bad und der Hautpflege noch eine Weile zu ruhen - an einem kalten Winterabend ist das besonders gemütlich.