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20.01.2010

Humane Papillomviren auch in Brusttumoren entdeckt

Australische Forscher konnten in Gewebeproben von Brustkrebs-Patientinnen mit Hilfe eines speziellen Untersuchungsverfahrens Humane Papillomviren (HPV) nachweisen. Weil man sich durch eine Impfung vor Infektionen mit krebsauslösenden HP-Viren schützen kann, vermuten die Wissenschaftler, dass durch diese Immunisierung künftig auch eine große Zahl von Brustkrebs-Erkrankungen verhindert werden könnte. „Die Forschung der vergangen Jahre hat deutlich gemacht, dass HP-Viren offenbar an der Entwicklung mehrerer Krebserkrankungen beteiligt sind. Neben bösartigen Tumoren der weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane, konnten sie beispielsweise auch als Auslöser von Krebserkrankung des Mund- und Rachenraums verantwortlich gemacht werden. Auch in Tumoren der Brust wurden bereits HP-Viren nachgewiesen, wobei methodische Mängel bislang keine eindeutigen Aussagen über die Anzahl dieser Fälle zuließen", berichtet Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und beruft sich dabei auf eine Untersuchung um James S. Lawson von der University of New South Wales, die im Fachmagazin „British Journal of Cancer" veröffentlicht wurde.

In der aktuellen Untersuchung wendeten die Australier ein verfeinertes Analyse-Verfahren an, um Tumoren der Brustdrüse auf das Vorhandensein von HP-Viren zu überprüfen. Hierfür entnahmen sie Genproben aus den Geschwülsten von 27 Brustkrebs-Patientinnen und analysierten diese auf die DNA von Humanen Papillomviren.

Bei Studienteilnehmerinnen, die an einer Brustkrebs-Vorstufe der Milchgänge (duktales Karzinom) erkrankt waren, identifizierten sie in 39% der Fälle krebsauslösende HP-Viren. In den Proben von Frauen, die eine bereits eine  Krebserkrankung der Milchgänge hatten, fanden die Forscher in 21% der Fälle HP-Viren, die als besonders krebserregend eingestuft werden. Zusätzlich beobachteten sie typische Auffälligkeiten in den Gewebeproben, die bei HP-infizieren Zellen auftreten wie etwa einen „Heiligenschein" um den Zellkern.

„Mit der aktuellen Untersuchung konnten die Studienautoren einen eindeutigen Nachweis für so genannte Hochrisiko-HPV-Typen in Proben von Tumoren der Brustdrüsen liefern. Inwieweit eine HPV-Impfung, die vor Gebärmutterhalskrebs schützt, dann auch manche Formen von Brustkrebs wird verhindern können, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen, wenn sich viele Mädchen und Frauen gegen HP-Viren haben impfen lassen", kommentiert der Präsident des BVF.



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