Frauenärzte im Netz

Mitglied der Ärzte im Netz

Aktuelle Meldungen


06.10.2009

Thrombose-Risiko durch "Pille" nicht überbewerten

Gesunde Frauen, die eine Schwangerschaft mit der so genannten Anti-Baby-Pille verhüten, haben nur ein sehr geringes Risiko für plötzliche Verschlüsse der unteren Beinvenen. Darauf weist der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) hin. „Seit langem ist bekannt, dass unter der Einnahme hormoneller Verhütungsmittel ein leicht erhöhtes Risiko für Thrombosen besteht. Deshalb ist die Pille in Deutschland verschreibungspflichtig. Das Risiko ist jedoch geringer als z.B. unter einer Schwangerschaft, bei der es in rund 60 Fällen von 100.000 Schwangerschaften zu so einem solchen Ereignis kommen kann. Gesunde Frauen, die hormonell verhüten, können der medizinischen Einschätzung ihres Frauenarztes, ob die Pille für sie die geeignete Methode zur Empfängnisverhütung ist, vertrauen", meint Dr. Christian Albring, Präsident des BVF.

Vor der Verschreibung einer Anti-Baby-Pille wird von Frauenärzten stets eine sorgfältige individuelle Einschätzung der Patientinnen vorgenommen, inwieweit persönliche Risikofaktoren vorliegen, die einer Verordnung von hormonellen Verhütungsmitteln möglicherweise entgegenstehen könnten. Dazu gehören beispielsweise vorausgegangene oder bestehende thrombo-embolische Erkrankungen, eine familiäre Thrombose-Neigung, starkes Übergewicht, eine chronische Lebererkrankung oder diabetisch bedingte Gefäßveränderungen. Auch Frauen, die über 30 Jahre alt sind und rauchen, haben ein erhöhtes Risiko und werden besonders ausführlich beraten. „Mit der Anzahl an Risikofaktoren erhöht sich das Thrombose-Risiko, weswegen Frauenärzte sorgfältig abwägen und gegebenenfalls dazu raten, auf andere Verhütungsmethoden auszuweichen", erklärt der niedergelassene Gynäkologe aus Hannover.

Hintergrund der Stellungnahme ist der tragische Todesfall eines 21-jährigen Mädchens aus der Schweiz, die 10 Monate mit der Drospirenon-haltigen Pille YAZ verhütete. Bisher ist jedoch noch ungeklärt, ob der Tod durch Lungenembolie im Zusammenhang mit dem Verhütungspräparat stand und ob bei der Betroffenen ein individuelles Gesundheitsrisiko vorlag. „Wir sehen vor der Abklärung keinen Anlass zur Beunruhigung und werden unseren Patientinnen auch nicht dazu raten, entsprechende Präparate abzusetzen oder auf andere auszuweichen. Das Thrombose-Risiko für Drospirenon-haltige Produkte ist nach derzeitigem Kenntnisstand gegenüber anderen gleich dosierten Präparaten nicht erhöht", ergänzt Dr. Albring.



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Masern-, Grippe-, Keuchhusten-Impfung: Neue Impfempfehlungen der STIKO!

Die Ständige Impf- kommission (STIKO) hat neue Impf- empfehlungen an die aktuelle Infektionssituation angepasst.

zum Artikel...

Tipps zum Reisen in der Schwangerschaft

Urlaub unter Umständen: Welcher Zeitraum ist am besten geeignet, welche Reiseziele und Verkehrsmittel bieten sich an und was sollte unbedingt bedacht werden?

zum Artikel...

Tipps für die Intimrasur

Einige Dinge sollten bei der Intimrasur beachtet werden, um das Risiko von Verletzungen und Hautreizungen zu verringern.

zum Artikel...

Schwanger ab 35

Je später eine Schwanger- schaft geplant wird, desto wichtiger ist die körperliche Gesundheit der Frauen und ihr Lebensstil.

zum Artikel...

"Frauenkrankheiten" von A bis Z

Die typischen Frauen- krankheiten betreffen die weiblichen Geschlechtsorgane und hängen meist stark mit dem Hormonhaushalt zusammen ...

zum Artikel...

Infos zum Stillen

Obwohl die Natur das Stillen vorgesehen hat, ist das Gelingen keineswegs selbstverständlich. Hier finden Mütter zahlreiche Tipps und Ratgschläge rund um das Thema.

zum Artikel...

Zellauffälligkeiten am Gebärmutterhals

Was bedeutet der Pap-Befund und wie geht es bei Auffälligkeiten beim Abstrich weiter?

zum Artikel...

Sexualität - Das erste Mal

Offene Gespräche und eine gemein- same Vorbereitung sind für ein gelungenes „erstes Mal" wichtig.

zum Artikel...

Pille vergessen - und jetzt?

Wurde die planmäßige Einnahme der Pille versäumt, sollte die fehlende Tablette am besten sofort nachgenommen werden. Ob zusätzlich verhütet werden muss erfahren Sie hier.

zum Artikel...

Ärzte im Netz twittert

Verfolgen Sie alle aktuellen News von Ärzte im Netz auf Twitter...

zum Artikel...