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20.10.2009

Welt-Osteoporose-Tag: Experten informieren zu der Knochenerkrankung

Am Welt-Osteoporose-Tag informieren Experten über die Krankheit, bei der Knochen porös werden. Sie betrifft vor allem Frauen in und nach den Wechseljahren, tritt aber immer häufiger auch bei Männern auf. Verschiedene Organisationen appellieren an die Gesundheitspolitiker, eine gute Vorsorge und Behandlung sicherzustellen. Selbsthilfegruppen rufen dazu auf, sich frühzeitig untersuchen zu lassen. Viele durch die Krankheit ausgelöste Brüche werden nach Angaben der Internationalen Osteoporose Stiftung nicht erkannt und falsch behandelt. Der Welt-Osteoporose-Tag wurde
1996 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen.

Anzeichen für Osteoporose 
Chronische Kreuzschmerzen und eine veränderte Körperhaltung können durch Knochenmasse-Schwund hervorgerufen werden. „Dumpfe Schmerzen im Rücken sind oft das erste Anzeichen von Osteoporose. Auch Änderungen der Körperhaltung wie ein Hohlrundrücken oder eine nach vorne neigende Schulter- und Kopfpartie sowie ein Abnehmen der Körpergröße können eine verringerte Knochendichte als Ursache haben", berichtet Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V. (BVF). „Diese Symptome weisen dann allerdings bereits auf eine fortgeschrittene Erkrankung hin. Wichtig ist eine möglichst frühzeitige Diagnose, weil einmal eingetretene Schädigungen nur in sehr begrenztem Maße rückgängig gemacht werden können." Länger andauernde Rückenschmerzen - insbesondere nach den Wechseljahren -  sollten Frauen daher stets zum Arzt führen.

Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, ist eine Skeletterkrankung mit unzureichender Knochenfestigkeit, weil das Verhältnis von Knochenaufbau und Knochenabbau gestört ist. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung kann es unter Belastung oder bei Stürzen zu Knochenbrüchen kommen. Risikofaktoren für Osteoporose sind neben einer genetischen Veranlagung, Östrogenmangel nach den Wechseljahren, eine kalziumarme Ernährung, Vitamin-D-Mangel, Untergewicht, Bewegungsarmut und die Einnahme von Cortison-Präparaten oder großen Mengen an Schilddrüsenhormonen über einen langen Zeitraum. Auch Rauchen und gesteigerter Alkoholkonsum wirken sich negativ auf die Knochendichte aus.

Durch frühzeitiges Erkennen von Osteoporose, kann der Knochenschwund in hohem Maße begrenzt werden. Um beurteilen zu können, wie es um den Knochenaufbau steht, wird mit Hilfe eines niedrig dosierten Röntgen-Verfahrens der Mineralsalzgehalt der Knochen bestimmt. „Frauen sollten sich mit ihrem Arzt zu ihrem persönlichen Osteoporose-Risiko besprechen, insbesondere wenn sie Risikofaktoren aufweisen oder bereits einen Knochenbruch erlitten haben. Die Kosten für die Untersuchung werden jedoch nur in bestimmten Fällen - beispielsweise nach einem Bruch - von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen", erklärt der niedergelassene Gynäkologe aus Hannover. Wirksame Medikamente gegen Knochenschwund sind beispielsweise Bisphosphonate, die im Verbund mit Calcium und Vitamin D die Knochendichte verbessern. Auch Östrogene können nach Eintritt der Wechseljahre zur Behandlung von Osteoporose eingesetzt werden.

Einer Osteoporose vorzubeugen verspricht in jedem Fall bessere Erfolge, als eine bestehende Osteoporose zu behandeln. Hierfür ist eine calciumreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung wichtig. Calcium ist der wichtigste Baustein beim Knochenaufbau in Kindheit- und Jugend und zur Erhaltung der Knochensubstanz ab dem Alter von 30 Jahren. Werden die Knochen darüber hinaus durch regelmäßige körperliche Aktivität Zug- und Druckbelastungen ausgesetzt, verbessert sich deren Stoffwechsel, was zur Knochenfestigkeit beiträgt. Gleichzeitig sorgt die Kräftigung der Muskulatur für eine Verbesserung der Koordination, der Gangsicherheit und des Gleichgewichtssinns, wodurch das Sturzrisiko verringert wird. Bei besonders gefährdeten Frauen kann nach den Wechseljahren eine wirksame Prävention der Osteoporose durch eine Östrogen-Ersatztherapie erfolgen.

Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung in Deutschland, sie trifft im Schnitt etwa jeden Zehnten. Ein besonders großes Risiko haben Frauen nach den Wechseljahren - 20 bis 40 Prozent von ihnen sind betroffen.

Mehr Informationen auch unter: www.weltosteoporosetag.de; www.osteoporose.de



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