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21.09.2009

Druck im Intimbereich kann Anzeichen für Gebärmuttersenkung sein

Beschwerden wie ein Senkungs- oder Druckgefühl im vaginalen Bereich sowie Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang können auf eine Senkung der Gebärmutter hinweisen. „Frauen verspüren im Fall einer Absenkung der Gebärmutter typischerweise im Intimbereich einen Druck oder ein heftiges Ziehen nach unten. Daneben ist häufig auch unkontrolliertes Abgehen von Urin charakteristisch sowie Schwierigkeiten, den Enddarm zu entleeren. Je nachdem. ob sich die Gebärmutter eher nach vorne oder nach hinten absenkt, sind durch Druck auf die Blase Harnstörungen oder eher Probleme mit dem Enddarm zu erwarten", erläutert Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. Weiter Symptome können diffuse Unterbauchschmerzen, oft in Kombination mit Kreuzschmerzen nach körperlicher Belastung sein. Da sich die Scheidenwand unter dem Gewicht der Gebärmutter entsprechend mit vorwölbt, tritt begleitend meist eine Scheidensenkung auf.

Die häufigste Ursache für Senkungsbeschwerden ist eine Schwäche des Beckenbodens. Das Bindegewebe, die Muskulatur und die Sehnen, welche die Unterbauchorgane stabilisieren, geben nach und die Organe verlieren an Halt. „Frauen, die von Natur aus ein schwaches Bindegewebe haben, sind eher gefährdet, eine Beckenbodenschwäche zu entwickeln. Weitere Gründe sind rasch aufeinander folgende Geburten oder auch Geburtsverletzungen der stützenden Gewebsstrukturen. Aber auch Übergewicht, chronischer Husten und schwere körperliche Arbeit - insbesondere das Heben von Lasten - können den Halteapparat auf Dauer überstrapazieren. Nach den Wechseljahren kann das Gewebe zusätzlich durch den Östrogenmangel an Stabilität verlieren", erklärt der niedergelassene Frauenarzt aus Hannover. Die Senkung betrifft daher zumeist Frauen nach den Wechseljahren mit Übergewicht und kann in verschiedenen Ausprägungen vorliegen. Die schwerste Form ist der komplette Gebärmuttervorfall durch die umgestülpte Scheide nach außen.

Eine erfolgreiche Behandlung ist fast immer möglich, auch im hohen Lebensalter. Vor einem operativen Vorgehen, welches das Gewebe strafft, werden zunächst sämtliche konservativen Therapien ausgeschöpft, die den Beckenboden stärken. „Weil viele Betroffene Probleme mit der Wahrnehmung der Muskeln ihres Beckenbodens haben und sie diese nicht willkürlich anspannen und trainieren können, werden bestimmte Hilfsmittel eingesetzt. Dazu gehören Biofeedback oder Elektrostimulation, um Frauen den Beckenboden zunächst zu vergegenwärtigen und eine gezielte Anspannung zu ermöglichen", erklärt Dr. Albring. Weiterhin können kleine Kegel unterschiedlichen Gewichts in die Scheide eingeführt und durch Anspannen gehalten werden. Gelingt dies nach einiger Übung mit dem leichtesten Kegel, kann das Training mit einem schwereren Kegel gesteigert werden. Auch eine Hormonersatztherapie kann bei Frauen, die keine Östrogene mehr bilden, gute Erfolge erzielen. Grundsätzlich ist eine Veränderung des Lebensstils wie Gewichtsreduktion, Vermeidung von zu schwerem Heben und eine Umstellung der Ernährung ratsam.



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