Frauenärzte im Netz

Aktuelle Meldungen


16.10.2009

Stillen kann Krankheitsschüben bei Multipler Sklerose vorbeugen

Frauen, die an der Nervenerkrankung Multiple Sklerose (MS) leiden und ein Baby geboren haben, können durch das Stillen ihres Kindes den Verlauf ihrer Erkrankung positiv beeinflussen. „MS-Patientinnen erlitten in den ersten Monaten nach der Entbindung deutlich seltener Krankheitsschübe, wenn sie ihrem Nachwuchs die Brust gaben als kranke Mütter, die nicht stillten", berichtet Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) in Krefeld und bezieht sich dabei auf eine Studie von Medizinern der Stanford University, die im Fachmagazin Archives of Neurology veröffentlicht wurde. „Der günstige Effekt auf die Entwicklung der Nervenerkrankung trat jedoch nur dann auf, wenn die Mütter mindestens zwei Monate konsequent mit der Brust gestillt hatten und nicht zugefüttert hatten."

An der Studie nahmen 32 Frauen teil, die unter MS litten sowie 29 schwangere gesunde Frauen derselben Altersgruppe. Die Frauen wurden vor und nach der Geburt ihrer Kinder in regelmäßigen Abständen zu ihrer Krankengeschichte, ihrem Menstruationszyklus und ihren Stillgewohnheiten befragt. Bei den MS-kranken Frauen erfolgten darüber hinaus neurologische Untersuchungen, um den Erkrankungsverlauf beurteilen zu können.

87% der Frauen, die ihre Kinder in den zwei Monaten nach der Geburt nicht stillten oder zusätzlich zum Stillen zufütterten, hatten einen MS-Schub. Dagegen erlitten lediglich 36% der Frauen, die mindestens zwei Monate lang stillten, eine Verschlechterung der Erkrankung. Die Studienteilnehmerinnen, die sich gegen das Stillen entschieden hatten, begründeten ihre Entscheidung überwiegend damit, dass sie die Fortführung ihrer MS-Therapie nicht länger herauszögern wollten. Während der Schwangerschaft und der Stillperiode dürfen bestimmte Medikamente nicht eingenommen werden, weil negative Auswirkungen auf das Kind zu erwarten sind.

„Die Studienautoren vermuten, dass der günstige Effekt des Stillens auf den MS-Verlauf mit dem Ausbleiben der Regel bei diesen Frauen in Zusammenhang steht", erklärt Dr. Beil. „Zu den genauen Hintergründen wie hormonellen Mechanismen oder immunologischen Vorgängen, welche die Krankheit günstig beeinflussen könnten, vermögen die Wissenschaftler jedoch keine eindeutigen Aussagen zu machen. Die Ergebnisse legen jedoch nahe, MS-kranke Frauen nach der Geburt zum Stillen zu ermutigen und die genauen Zusammenhänge in weiteren Studien zu untersuchen."



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Rauchfrei Programm: zeitgemäße, erprobte Unterstützung bei Tabakabhängigkeit

Rauchern kann heute eine erfolg- reiche Unter- stützung angeboten werden, langfristig ihren Tabakkonsumen  zu beenden und zufrieden rauchfrei zu leben.

zum Artikel...

Selbstuntersuchung der Brust

Lernen Sie das Gewebe Ihrer Brüste kennen. Nehmen Sie zunächst einfach nur Ihren Körper mit den unterschiedlichen Geweben und Strukturen wahr. Die Animation im Artikel kann Ihnen dabei behilflich sein.

zum Artikel...

Waren Sie 2012 schon bei Ihrem Frauenarzt?

Die jährliche Krebsfrüh- erkennung ist ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge. Der beste Termin für den Abstrich am Gebärmutterhals ist die Zyklusmitte.

zum Artikel...

Schwangere Frauen gesucht

Die Uni Erfurt und das Robert-Koch-Institut führen eine Studie zu Gesundheitsentscheidungen durch uns suchen Teilnehmerinnen.

zum Artikel...

Forum beantwortet Fragen zur HPV-Impfung

Eltern und Jugendliche können im Internet persönliche Fragen zur HPV-Impfung und auch zum Impfen im Allgemeinen an Experten richten: www.impfenimdialog.de/

zum Artikel...

"Frauenkrankheiten" von A bis Z

Die typischen Frauen- krankheiten betreffen die weiblichen Geschlechtsorgane und hängen meist stark mit dem Hormonhaushalt zusammen ...

zum Artikel...

Vorsorgeuntersuchungen und Krebsfrüherkennung

Obwohl alle Kranken- versicherten Anspruch auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen haben, wird dieses Angebot in Deutschland erstaunlich wenig wahrgenommen. Dabei sind heute viele Erkrankungen bei rechtzeitiger Diagnose heilbar.

zum Artikel...

Zellauffälligkeiten am Gebärmutterhals

Was bedeutet der Pap-Befund und wie geht es bei Auffälligkeiten beim Abstrich weiter?

zum Artikel...

Sexualität - Das erste Mal

Offene Gespräche und eine gemein- same Vorbereitung sind für ein gelungenes „erstes Mal" wichtig.

zum Artikel...

Pille vergessen - und jetzt?

Wurde die planmäßige Einnahme der Pille versäumt, sollte die fehlende Tablette am besten sofort nachgenommen werden. Ob zusätzlich verhütet werden muss erfahren Sie hier.

zum Artikel...