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15.09.2009 Prävention von Frühgeburten - Was Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch wissen sollten
Auslöser einer Frühgeburt Vorzeitige Wehen sind immer ein Alarmzeichen, auch wenn diese weder mit Schmerzen noch Blutungen einhergehen und „nur" etwas Fruchtwasser abfließt. Dabei wird der Bauch als hart und fest wie eine Kugel empfunden. Ursachen für eine drohende Frühgeburt sind:
Auf jeden Fall sollten Frauenärztin/-arzt unverzüglich aufgesucht werden, um durch eingehende Untersuchung der Vagina und Ultraschall sowie der Kontrolle des Gebärmutterhalses und des Muttermundes (ist dieser noch verschlossen und nicht verkürzt?) und durch Ultraschall das Risiko abzuklären. Eine Untersuchung der Scheidenflora auf den pH-Wert bzw. wehenauslösende Keime verschafft Hinweise auf eine mögliche Therapie. Wie sehen die ärztlichen Maßnahmen aus? Häufig erweisen sich vorzeitige Wehen als Fehlalarm. Sie können aber ebenso Anlass zu körperlicher Schonung, strikter Bettruhe von Wochen und Monaten und einem Klinikaufenthalt sein. Stationär ist die Infusion wehenhemmender Medikamente (Tokolytika) - oft in Verbindung mit muskelentspannendem Magnesium - das Mittel der Wahl. Gebräuchliche Tokolytika haben aber mehr oder minder deutliche Nebenwirkungen wie Atembeschwerden, Herzklopfen und Zittrigkeit. Betamethason ist für die Reifung des noch unfertigen Kindes - z.B. seiner Lunge - vor der 35. Schwangerschaftswoche nötig. Jeder Tag im Bauch der Mutter ist wichtig, um auf die maschinelle Beatmung bzw. die Inkubation des Frühchens verzichten zu können. Auch bei nicht vorliegender vaginaler Infektion wird die Scheide angesäuert, damit schon das Milieu das Leben von Keimen verhindert. Droht eine Frühgeburt wegen mütterlicher oder kindlicher Gefährdung (Wachstumsstillstand, Bluthochdruck, Gestose) muss die Schwangerschaft aktiv beendet werden. Die besten Chancen haben Kinder, die in einem Perinatalzentrum entbunden werden. Stets ist der Reifegrad des Frühchens entscheidend, wenn die Chancen für die spätere Entwicklung des Kindes abgeschätzt werden sollen und die Eltern eine ärztliche Prognose wünschen. Dank des Fortschritts der Geburtshilfe und der Neugeborenen-Intensivmedizin haben Frühchen gute Chancen, nicht nur zu überleben, sondern den Entwicklungsrückstand aufzuholen. Jedoch trägt etwa ein Drittel der sehr frühen Frühgeborenen mit weniger als 1.500 Gramm Gewicht Langzeitschäden und Behinderungen davon. Auch die Psyche ist schwanger Vielfach ist nicht zu erklären, weshalb es Babys mit der Geburt so eilig haben. Die Auswirkungen von mütterlichem Stress, Ängsten und Überforderung spielen hier eine besondere Rolle, denn das Ungeborene leidet mit. Innerhalb weniger Sekunden dringen die Stresshormone der Mutter durch die Plazenta und bewirken dort eine eigene Stresshormonausschüttung des Kindes. Bei Wiederholung der Belastung wird das Risiko der Frühgeburt deutlich erhöht. Neue Untersuchungen beweisen, dass Schwangere, die sich in einer harmonischen Partnerschaft geborgen fühlen, seltener Frühgeburten erleiden. Dagegen tragen Schwangere unter partnerschaftlichen Spannungen, Existenzsorgen und Lieblosigkeit ein höheres Risiko. Werdende Mütter, die in Trennung leben gelten als besonders gefährdet. Haben ältere Mütter öfter Frühgeburten? Der „späten Schwangeren" ab 35 werden Risiken zugeordnet, die besondere Aufmerksamkeit und Betreuung benötigen. Allerdings zeigen zahlreiche Studien, dass die Gefahr der Frühgeburtlichkeit sehr unterschiedlich bewertet wird. Es ist für die Forschung schwierig, Aussagen über ein komplexes Geschehen wie die Frühgeburt auf den Einzelfaktor Alter der Mutter zu beziehen. In manchen Untersuchungen kommen Frühgeburten bei Frauen ab 35 etwas häufiger vor, andere betonen, dass ältere Erstgebärende gute Chancen haben, gesunde Kinder termingerecht zur Welt zu bringen. Es heißt, dass bei Teenager-Schwangerschaften die Frühgeburtlichkeit leicht erhöht sei. Vorsorge in den eigenen Händen Der Verzicht auf Alkohol (auch in kleinen Mengen), Nikotin und Drogen ist die Grundlage eigenverantwortlicher Prävention. Die Änderung des Lebensstils umfasst eine gesunde Ernährung mit der Nahrungsergänzung durch Folsäure, Jod und Ormega-3-Fettsäuren sowie der täglichen Trinkmenge von 2 Litern Früchte- oder Kräutertee (Schwarzer Tee ist nicht geeignet), Wasser und Säften. Zwei Tassen Kaffee bedeuten kein Risiko. Regelmäßige Ruhepausen und ausreichender Schlaf sind ebenso entscheidend wie angepasste Bewegung. Eine Berufstätigkeit in der Schwangerschaft ist kein Hindernis, jedoch sollte auf Schichtdienst und körperlich belastende Tätigkeiten sowie längeres Stehen (mehr als drei Stunden) verzichtet werden. Die Teilnahme an der Schwangerenvorsorge beugt Frühgeburten vor. So lag die Anzahl bei Schwangeren, die öfter als zehn Mal - wie empfohlen - den Frauenarzt aufsuchten bei 1,8%. Bei Schwangeren, die deutlich seltener die Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nahmen, lag die Frühgeburtenrate bei 14,9%. Hilfreich in der eigenverantwortlichen Vorsorge ist der so genannte Einweg-Handschuh mit einem am Zeigefinger angebrachten pH-Papier. Hiermit kann die Schwangere den pH-Wert der Scheide prüfen und wenn sich das Papier verfärbt sofort einen Termin mit ihrem Frauenarzt vereinbaren, bevor es zur bakteriellen Vaginose oder zur Frühgeburt kommt. Die Ärztinnen und Ärzte des Berufsverbandes der Frauenärzte bieten mit den Maßnahmen der Schwangerenvorsorge und -begleitung ihre Möglichkeiten der Frühgeburtenprävention an. Sie unterstützen die Eigenverantwortlichkeit und beraten die Schwangere. Autorin: Maria Lange-Ernst
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Frühchen sind unabhängig vom Geburtsgewicht Kinder, die vor Vollendung der 36. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen und Lebenszeichen wie Atmung, Herzschlag und Nabelschnurpulsation aufweisen. Sehr frühe Frühchen sind Babys, die vor der 32. Schwangerschaftswoche entbunden werden. Trotz vorbildlicher Schwangerenvorsorge erblicken in Deutschland jedes Jahr mehr als 50.000 Frühchen das Licht der Welt. Seit 2001 hat sich die Zahl der sehr frühen Frühgeburten auf rund 10.000 verdoppelt. Ist es mit aktiver medizinischer und eigenverantwortlicher Prävention möglich, diese viel zu hohe Zahl zu senken? Der behütende mütterliche Bauch ist bis zu Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche der beste Inkubator. 

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