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24.07.2009

Fachgesellschaften fordert flächendeckende HPV-Impfung

Ein operativer Eingriff am Muttermund (Konisation) kann heute zwar erfolgreich die Entstehung eines Gebärmutterhalskrebses verhindern, erhöht aber das Risiko einer Gebärmutterhalsschwäche und damit von Frühgeburten. Hierzu hat die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) heute eine Stellungnahme zur HPV-Impfung veröffentlicht, die unter der Federführung von Professor Peter Hillemanns, Hannover, erarbeitet wurde: Gemeinsam mit dem Berufsverband der Frauenärzte (BVF) fordert die DGGG ein bundesweites Impfprogramm als beste vorbeugende Maßnahme gegen Gebärmutterhalskrebs.

Human papilloma virus (HPV)-Infektionen lösen weltweit über die Hälfte der infektionsbedingten Krebserkrankungen bei Frauen aus. Die Virustypen 16 und 18 verursachen dabei rund 70 Prozent aller Gebärmutterhalskarzinome. Seit vor rund 35 Jahren ein Zusammenhang zwischen HP-Viren und Gebärmutterhalskrebs postuliert wurde, sank die Häufigkeit dieser Krebserkrankungen. „Wir beobachten weniger Neuerkrankungen und einen gleichzeitigen Anstieg entdeckter Krebsvorstufen, was auf eine vorbildliche Krebsvorsorge in Deutschland zurückzuführen ist. Trotzdem erkranken jährlich immer noch über 6.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs", sagt DGGG-Präsident Professor Rolf Kreienberg, Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik Ulm. 

Bei weitaus mehr Frauen entdecken gynäkologisch tätige Fachärzte die symptomlosen Krankheitsvorstufen. Jedes Jahr werden deshalb rund 140.000 Konisationen am Muttermund durchgeführt. „Operative Eingriffe an der Gebärmutter können das Risiko einer Gebärmutterhalsschwäche und damit die Frühgeburtenrate bei Schwangeren erhöhen. Wir rufen deshalb dazu auf, die HPV-Impfung als nebenwirkungsärmere Alternative bundesweit zu etablieren", fordert der DGGG-Präsident. Er rät jungen Frauen zudem, noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr einen gynäkologisch tätigen Facharzt aufzusuchen und eine HPV-Impfung zu erwägen. Denn nach Kontakt mit einem HP-Virus sei der Impfeffekt deutlich eingeschränkt. 

HPV-Impfung bei jungen Frauen ist wirksam und sicher

Auf dem HPV-Kongress 2009 in Malmö stellten Wissenschaftler Studienergebnisse vor, die eine bessere Immunisierung als theoretisch angenommen zeigten: Die Wirksamkeit von Impfstoffen gegen die HPV-Typen 16 und 18, welche am häufigsten Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses verursachen, betrug rund 93 Prozent. Insgesamt konnten etwa 70 Prozent aller hochgradigen Krebsvorstufen durch eine HPV-Impfung verhindert werden. Weltweit stufen Impfbehörden die HPV-Impfung als sicher ein. 

Krebsvorsorgeuntersuchungen müssen Standard bleiben

Auch wenn die HPV-Impfung ihre Wirsamkeit gegen die Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18 unter Beweis gestellt hat, dürfen seltenere HPV-Typen nicht in Vergessenheit geraten. Diese werden immerhin mit etwa 30 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs-Formen in Verbindung gebracht. „Da es für viele HPV-Typen noch keine spezifischen Impfstoffe gibt, ist die regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchung durch den Gynäkologen weiterhin unerlässlich, um die Krebsentstehung rechtzeitig zu erkennen und verhindern zu können", warnt DGGG-Präsident Kreienberg vor Nachlässigkeit. 

Die Stellungnahme HPV-Impfung 2009 der DGGG und des BVF sowie weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der DGGG: www.dggg.de. 


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