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04.09.2009

Kondome bieten nur Teilschutz gegen Genitalherpes

Der Gebrauch von Präservativen beim Geschlechtsverkehr, kann das Risiko einer Ansteckung mit Genitalherpes nur um knapp ein Drittel verringern. „Eine konsequente Kondombenutzung verringert das Infektionsrisiko mit dem Herpes Simplex-Virus-2 um 30 Prozent", berichtet Dr. Klaus König, Vizepräsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und bezieht sich dabei auf eine aktuelle Untersuchung um Emily T. Martin, die im Fachjournal „Archives of Internal Medicine" veröffentlicht wurde. „Bis dato war unklar, welchen Schutz Präservative bei einer Herpeserkrankung in der Genitalgegend bieten. Diese aktuelle Studie gibt nun einen guten Orientierungspunkt, da es sich um die größte Analyse handelt, die diesen Zusammenhang untersucht hat."

Für ihre Untersuchung werteten die US-amerikanischen Wissenschaftler sechs Studien aus, in denen Angaben der Teilnehmer zur deren Kondombenutzung und Sexualverhalten berücksichtigt und auch der Infektionsstatus hinsichtlich Herpes Simplex-2 (HSV2) ermittelt wurden. Dabei wurde auch erfragt, wie oft die Probanden geschützten oder ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten.

Von insgesamt 5384 Teilnehmern, die zu Beginn der Untersuchung gesund waren, steckten sich 415 Personen im Beobachtungszeitraum von über 2 Millionen Tagen mit HSV2 an. Es zeigte sich, dass ein konsequenter Gebrauch von Kondomen das Infektionsrisiko um 30 Prozent gegenüber denjenigen senkte, die keine Präservative verwendeten. Umgekehrt stieg mit jedem ungeschützten sexuellen Akt pro Woche die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion um 16 Prozent. Die Schutzwirkung von Kondomen war bei Männern und Frauen gleichermaßen.

„Auch wenn der Vorteil von Präservativen nicht so hoch wie bei anderen sexuell übertragbaren Erkrankung ist, die über Körperflüssigkeiten übertragen werden, bleibt bei konsequenter Anwendung immerhin ein Teilschutz von 30 Prozent - was auch die Studienautoren betonen", meint Dr. König. „Für eine Infektion mit Genitalherpes sind Sexualkontakte mit einem infizierten Partner, der größte Risikofaktor. Über Hautkontakte können die Viren direkt übertragen werden. Doch auch Oralverkehr birgt Risiken, denn die Erreger werden dann von Herpesbläschen an den Lippen auf die Genitalien übertragen, oder umgekehrt." Herpesviren verbleiben nach einer Ansteckung lebenslang im Körper und können mehrmals im Jahr schmerzhafte Bläschen bilden. Es gibt Möglichkeiten, die Erkrankung gezielt zu behandeln; das Virus vollständig aus dem Körper zu entfernen ist jedoch nicht möglich.  

Fragen Sie auch Ihren Frauenarzt/Ihre Frauenärztin zu sexuell übertragbaren Erkrankungen.



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