Frauenärzte im Netz

Aktuelle Meldungen


21.07.2009

Gelbsuchtrisiko europäischer Jugendlicher nimmt zu

In Ländern mit hohen hygienischen Standards vollzieht sich laut aktuellen Untersuchungen eine Erweiterung des Ansteckungsrisikos für Gelbsucht (Hepatitis A) von den Erwachsenen hin zu immer jüngeren Bevölkerungsgruppen. Eine aktuelle italienische Studie zeigt, dass in der Toskana - einem Gebiet mit geringem Hepatitis-A-Risiko ähnlich wie in Deutschland - im Verlauf von 12 Jahren immer weniger Heranwachsende zwischen 15 und 20 Jahren eine Immunität gegen Hepatitis A aufwiesen. Ähnlich wie in Italien dokumentieren Blutuntersuchungen in Spanien bei mehr als 65% der Bevölkerung unter 40 Jahren eine fehlende Immunität gegen Hepatitis A. In Deutschland waren 2007 und 2008 Kinder und Jugendliche überproportional häufig von Gelbsucht betroffen, stellte das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin fest.

Junge Menschen erwerben die so genannte Reisegelbsucht bei Auslandsaufenthalten, wenn der hygienische Standard nicht so hoch wie im eigenen Land ist, aber auch zuhause durch importierte Erkrankungsfälle. In Regionen mit schlechter Wasserqualität, weniger fortschrittlicher Abwasseraufbereitung und geringen Auflagen für den Verkauf von Lebensmitteln besitzt die Mehrzahl der Kinder nach einer durchgemachten Erkrankung bereits Immunität. Diese fehlt ungeimpften Kindern und Jugendlichen in den meisten europäischen Ländern.

Ausbreitung: Landesgrenzen verlieren an Bedeutung

Neben Auslandsaufenthalten gewinnt der Import von Hepatitis A eine immer größere Rolle. In den Niederlanden gibt es mittlerweile Impfprogramme für Kinder aus marokkanischen und türkischen Herkunftsfamilien, um zu verhindern, dass durch Besuche bei Angehörigen Hepatitis A „mit nach Hause genommen" wird. Denn in Ländern wie Marokko und der Türkei ist Hepatitis A noch weit verbreitet. Die niederländischen Immunisierungskampagnen konnten den Prozentsatz der Hepatitis-A-Erkrankungen unter den Kindern mit Migrationshintergrund um über die Hälfte reduzieren. Auch in Dänemark machten Wissenschaftler ähnliche Beobachtungen. Demnach betrafen 80% der Hepatitis-A-Erkrankungen in Dänemark zwischen 2002 und 2006 Immigranten oder deren Kinder. Laut der spanischen Impfkommission sollten minderjährige Risikopatienten neben einer Grippeimpfung auch eine Hepatitis-A-Impfung erhalten und - falls es der Kinder- und Jugendarzt für erforderlich hält - genauso andere Kinder und Jugendliche.

Durch die abnehmende Immunität in der europäischen Bevölkerung ist in Zukunft mit immer mehr epidemieartigen Ausbrüchen zu rechnen. Kinder und Jugendliche, die im Sommer mit ihren Eltern in den Mittelmeerraum reisen, sollten sich auf jeden Fall gegen Hepatitis A impfen lassen. Hier sind besonders die Länder Türkei, Ägypten und beliebte Reiseziele im Südosten wie Bulgarien zu erwähnen.

Typisch für eine Infektion mit Hepatitis A sind neben Fieber, Übelkeit, allgemeiner Abgeschlagenheit und Oberbauchbeschwerden, die Gelbfärbung von Haut und Augen. Ausgelöst wird diese "Gelbsucht" durch eine Funktionsstörung der infizierten Leber - in der Folge lagern sich Gallenfarbstoffe in der Haut ab. Die Symptome klingen in der Regel innerhalb einiger Wochen wieder ab - in schweren Fällen kann eine Erkrankung aber zu einem längeren Krankenhausaufenthalt oder sogar - insbesondere bei älteren Menschen oder bei Vorschädigung der Leber - zum Tode führen.

 



Artikel drucken   Artikel empfehlen

Im Fokus

Rauchfrei Programm: zeitgemäße, erprobte Unterstützung bei Tabakabhängigkeit

Rauchern kann heute eine erfolg- reiche Unter- stützung angeboten werden, langfristig ihren Tabakkonsumen  zu beenden und zufrieden rauchfrei zu leben.

zum Artikel...

Selbstuntersuchung der Brust

Lernen Sie das Gewebe Ihrer Brüste kennen. Nehmen Sie zunächst einfach nur Ihren Körper mit den unterschiedlichen Geweben und Strukturen wahr. Die Animation im Artikel kann Ihnen dabei behilflich sein.

zum Artikel...

Waren Sie 2012 schon bei Ihrem Frauenarzt?

Die jährliche Krebsfrüh- erkennung ist ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge. Der beste Termin für den Abstrich am Gebärmutterhals ist die Zyklusmitte.

zum Artikel...

Schwangere Frauen gesucht

Die Uni Erfurt und das Robert-Koch-Institut führen eine Studie zu Gesundheitsentscheidungen durch uns suchen Teilnehmerinnen.

zum Artikel...

Forum beantwortet Fragen zur HPV-Impfung

Eltern und Jugendliche können im Internet persönliche Fragen zur HPV-Impfung und auch zum Impfen im Allgemeinen an Experten richten: www.impfenimdialog.de/

zum Artikel...

"Frauenkrankheiten" von A bis Z

Die typischen Frauen- krankheiten betreffen die weiblichen Geschlechtsorgane und hängen meist stark mit dem Hormonhaushalt zusammen ...

zum Artikel...

Vorsorgeuntersuchungen und Krebsfrüherkennung

Obwohl alle Kranken- versicherten Anspruch auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen haben, wird dieses Angebot in Deutschland erstaunlich wenig wahrgenommen. Dabei sind heute viele Erkrankungen bei rechtzeitiger Diagnose heilbar.

zum Artikel...

Zellauffälligkeiten am Gebärmutterhals

Was bedeutet der Pap-Befund und wie geht es bei Auffälligkeiten beim Abstrich weiter?

zum Artikel...

Sexualität - Das erste Mal

Offene Gespräche und eine gemein- same Vorbereitung sind für ein gelungenes „erstes Mal" wichtig.

zum Artikel...

Pille vergessen - und jetzt?

Wurde die planmäßige Einnahme der Pille versäumt, sollte die fehlende Tablette am besten sofort nachgenommen werden. Ob zusätzlich verhütet werden muss erfahren Sie hier.

zum Artikel...