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09.07.2009

Erste Pille mit "natürlichem" Östrogen

Seit Kurzem ist in Deutschland eine Pille erhältlich, die ihre östrogene Wirkung ohne das gängige Pillen-Estrogen Ethinylestradiol, sondern mit naturidentischem Östrogen erzielt. Die Pille enthält eine biologische Vorstufe (Estradiolvalerat) des natürlich vorkommenden Östrogens, welches im Verdauungstrakt zu Östrogen umgewandelt wird.
Klinische Studien konnten zeigen, dass die Pille eine ebenso gute Zyklusstabilität erreicht wie Präparate, die Ethinylestradiol enthalten. Blutungen fallen offenbar sogar kürzer und leichter aus. Im Vergleich zu anderen hormonellen Verhütungsmitteln wurde auch eine geringere Auswirkung auf die Leber und andere Bereiche des Stoffwechsels beobachtet. Derzeit laufen weitere Studien, die klären sollen, ob die Pille gezielt bei Frauen eingesetzt werden kann, die über starke und/oder verlängerte Menstruationsblutungen klagen und eine Empfängnisverhütung wünschen. Zur Behandlung solcher Menstruationsstörungen ist bisher noch kein hormonelles Verhütungsmittel zugelassen.

Dynamisches Dosierschema ähnelt normalem Zyklusgeschehen

Im Verlauf des Einnahmezyklus der 28 Filmtabletten verringert sich die Östrogendosis während die Gestagendosis schrittweise ansteigt. Dieses Dosierschema soll damit den natürlichen hormonellen Phasen des weiblichen Zyklus möglichst nahe kommen. Die Tabletten beinhalten eine zweckmäßige, möglichst niedrige Hormondosis. 26 davon sind hormonhaltig während zwei (Tag 27 und 28) wirkstofffrei sind. Somit werden über 28 Tage Tabletten ohne Pause eingenommen was die Handhabung vereinfachen könnte.

Zykluskontrolle wird durch bewährtes Gestagen erreicht

Das synthetisch hergestellte Östrogen wird in der neuen Pille mit dem bekannten Gestagen Dienogest kombiniert, welches sich in vielen anderen hormonellen Verhütungsmitteln bewährt hat. Nach Herstellerangaben ermöglichte die Kombination dieser beiden Wirkstoffe erstmals die Verwendung von Estradiol in einem oralen Verhütungsmittel. Die empfängnisverhütende Sicherheit und die gute Verträglichkeit wurden in drei groß angelegten Studien belegt. Dabei zeigte sich auch eine hohe Patientinnen-Zufriedenheit.



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