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22.05.2009 Was Frauen über den Fettstoffwechsel und Cholesterin wissen solltenDer Fettstoffwechsel beruht auf der Aufnahme von Fetten aus der Nahrung, deren Transport und dem ständigen Austausch von Fetten zwischen Leber und Fettgewebe sowie anderen Organen und Geweben. Fette werden in verschiedenen Prozessen durch Enzyme ab- und umgebaut. Sie setzen sich aus Triglyceriden und aus Cholesterin zusammen. Der Begriff Cholesterinspiegel ist mittlerweile geläufig. Um das Gefäßsystem vor gefährlichen Ablagerungen mit unerwünschten Fetten zu bewahren, sollte der Cholesterinspiegel des Blutes normalisiert oder deutlich gesenkt werden. Dafür wirbt der bundesweite „Tag des Cholesterins" am 19.06.2009. Fett schmeckt gut und ist lebenswichtig
Die zwei Gesichter des CholesterinsEin Mensch kommt mit 40 mg Cholesterin auf die Welt und verlässt diese durchschnittlich mit der siebenfachen Menge. Die Veränderungen des Lipidstoffwechsels gehen mit der Zunahme des Lebensalters Hand in Hand und stehen in einem kausalen Zusammenhang mit Herz- und Gefäßerkrankungen, der Todesursache Nr.1 in der westlichen Welt. Ist der Cholesterinspiegel des Blutes erhöht, wird in LDL-Cholesterin (low density lipoprotein) von geringer Dichte und HDL-Cholesterin (high density lipoprotein) von hoher Dichte unterschieden. LDL gilt als „schlecht", während HDL als „gutes" Cholesterin bezeichnet wird, das sogar der Entfernung schädlicher Fettsubstanzen aus dem Blut dient. HDL-Cholesterin-Teilchen agieren als Müllwagen, der schädliche Fette zur Entsorgung in die Leber schafft. LDL-Cholesterin dagegen setzt sich gemeinsam mit anderen Substanzen an den Gefäßwänden ab, verengt deren lichte Weite mit dem Risiko, dass winzige Fettklumpen auf die Wanderschaft gehen und damit die Ursache für Herzinfarkt und Schlaganfall bilden. Östrogene nützen und schützenEine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel spielen die Östrogene, da sie den Anteil des HDL-Cholesterins erhöhen und somit gefährliche Gefäßablagerungen weitgehend vermeiden. In den Wechseljahren verändert sich der Fettstoffwechsel, da der schützende Effekt, den das natürliche Hormon Östrogen auf das Gefäßsystem ausübt, stetig abnimmt. Spezifisch weibliche Risikofaktoren für den Herzinfarkt und weitere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems bilden nun häufig das Quartett aus Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 und Fettstoffwechselstörungen. Zu ihrem Leidwesen nehmen viele Frauen in dieser Zeit zwischen 4-8 Kilogramm zu, sodass einer Änderung des Lebensstils durch Sport und Bewegung sowie angepasster Ernährung und Nikotinverzicht eine ganz entscheidende Rolle zukommt. Seit etwa 10 Jahren sterben in Deutschland mehr Frauen am Herzinfarkt als Männer. Frauen erleiden ihren Infarkt im Durchschnitt 10-15 Jahre später, haben aber deutlich geringere Chancen, ihn zu überleben. Jede dritte Patientin über 65 mit einem Herzinfarkt stirbt, bevor sie die Klinik erreicht. Der Fettstoffwechsel in der SchwangerschaftDie Blutfettsubstanzen im mütterlichen Organismus steigen durch die hormonellen Einflüsse und Veränderungen der Lebertätigkeit mit Beginn der Schwangerschaft an. Dies führt zu einer Erhöhung des Serumcholesterins, das in der 36. Schwangerschaftswoche etwa 50% über dem vor der Schwangerschaft gemessenen Wert liegen kann. Jeder Schwangeren sollte eine Fettzufuhr von 60-70 Gramm pro Tag, entsprechend 30% der gesamten Energieaufnahme genügen. Dies gilt übrigens als Richtschnur für jedes Lebensalter der Frau. Wegen der physiologischen Hyperlipidämie sollten Schwangere die einfach- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen. Omega-3-Fettsäuren werden mit fettreichem Fisch wie Makrele, Hering und Sardinen aufgenommen und sind für die Entwicklung von Gehirn und Augen des Ungeborenen notwendig. Bei der Hypolipidämie ist der Bedarf an Antioxodantien (Vitamin C, E und Beta-Carotin) sowie an Kalzium und Magnesium erhöht. Wenn eine Abneigung gegen Fisch besteht, stehen Fischölkapseln zur Verfügung. Weg mit den schlechten und ran an die guten FetteVon Olivenöl ist bekannt, dass es nicht nur den LDL-Cholesterinspiegel senkt, sondern auch das HDL erhöht. Zwei EL Olivenöl pro Tag sind eine Richtschnur für den Verzehr guten Fetts. Allerdings sollte Olivenöl nicht rauchend heiß, sondern für Salatdressings verwendet werden. Eine Avocado pro Tag senkt den LDL-Wert um bis zu 17%, da diese hauptsächlich ungesättigte Fettsäuren enthält. Dies gilt auch für Nüsse und Mandeln. Eine knappe Hand voll davon senkt den Cholesterinspiegel enthält aber reichlich Kalorien. Merke: Ungesättigte Fettsäuren sind zwar gut für die Balance der Blutfette, jedoch keineswegs kalorienärmer als gesättigte. Man nimmt nicht ab, wenn man die gleiche Menge Butterschmalz durch Olivenöl ersetzt. Zu vermeiden sind Palmöl und Kokosnussöl. Sie sind reich an gesättigten Fetten und kommen vorwiegend in Fertignahrungsmitteln sowie Kuchen und Keksen vor. Auch auf Transfettsäuren sollte man verzichten. Sie entstehen, wenn Pflanzenöle gehärtet werden und haben den gleichen schädlichen Effekt wie gesättigte Fette tierischen Ursprungs. Hafer ist nicht nur gut für Pferde. Ein Brei aus Haferflocken (kein Instant-Produkt) enthält lösliche Fasern, die eine Art Gel im Darm bilden und die Fettaufnahme verringern. Weitere Ballaststoffquellen sind: Getrocknete Pflaumen, Gerste, Bohnen, Aubergine und Spargel. Die Ärztinnen und Ärzte des Berufsverbandes der Frauenärzte begrüßen den Tag des Cholesterins und sind bei der Feststellung der Blutfettwerte sowie bei der Änderung des Lebensstils und der Verordnung eines lipidsenkenden Medikaments kompetente Ansprechpartner. Weitere Meldungen zum Thema:
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