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26.05.2009

Humane Papillomviren (HPV) schon bei Kleinkindern nachgewiesen

Mädchen können schon als Kleinkinder mit Humanen Papillomviren (HPV) infiziert sein, die Gebärmutterhalskrebs auslösen - lange vor einer möglichen Übertragung beim Sex. Das haben Mediziner aus Wien herausgefunden. Es müsse deshalb darüber nachgedacht werden, Mädchen schon als Babys gegen Gebärmutterhalskrebs zu impfen, zitiert das Nachrichtenmagazin „Focus" Daniela Dörfler von der Medizinischen Universität Wien. Sie und ihr Team hatten 110 Mädchen von 4 bis 15 Jahren auf Papillomviren getestet. 20 der Kinder - knapp ein Fünftel - trugen solche Erreger, schreiben die Mediziner im Fachmagazin „American Journal of Obstetrics & Gynecology" (Bd. 200, S. 487.e1).

In drei Viertel der Fälle wurden riskante Virentypen nachgewiesen, die bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielen. Nun soll untersucht werden, warum so viele Mädchen schon mit solchen Erregern infiziert sind, lange bevor sie sexuell aktiv werden. Die Mediziner vermuten, dass die Viren während der Geburt auf die Babys übertragen werden könnten. Eine weitere Möglichkeit seien Schmierinfektionen - etwa über das Handtuch der Mutter.

Die Ergebnisse überraschten nicht, sagte Yvonne Deleré vom Fachgebiet Impfprävention des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Die sogenannten Humanen Papillomviren (HPV) säßen überall auf und in der Haut - und damit eben auch an der Vagina. Übertragen würden sie bei Berührungen. Riskant sei aber vor allem eine Infektion der Haut am Gebärmutterhals. Der aber liege innen und sei damit recht gut geschützt.

Vor der Einführung der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs sei durchaus über das richtige Alter für die Impfung diskutiert worden. "Man möchte ja das Optimale erreichen." Für die Empfehlung, erst Mädchen ab zwölf Jahren zu impfen, habe man sich entschieden, um die Kinder nicht zu verschrecken. Es sei schließlich schwierig, ein kleines Mädchen über eine sexuell übertragbare, möglicherweise Krebs auslösende Krankheit aufzuklären, das noch mit Teddys und Puppen spielt.

In den meisten Fällen einer Infektion kann das Immunsystem die Viren bekämpfen, und es kommt zu keiner Erkrankung. Manche der Erreger führen zu Warzen. Da aber auch Krebs entstehen kann, hatte die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut im Frühjahr 2007 eine allgemeine Impfempfehlung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren ausgesprochen. Die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs wirkt gegen zwei sogenannte Humane Papillomviren (HPV) und zwar gegen HPV-16 und HPV-18. Sie sind die Ursache von 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs. In Deutschland erkranken jährlich mehr als 6000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, 1700 sterben daran.


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