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14.05.2009

Chronische Schmerzen durch mehr Bewegung lindern

Chronische Schmerzen lassen sich durch vermehrte Bewegung lindern. Darauf weisen Wissenschaftler der Universität Perth (Australien) und der Uniklinik Straßburg in der in Stuttgart erscheinenden Fachzeitschrift „physiopraxis" hin. Eine aktivierende Physiotherapie könne Betroffenen das Gefühl vermitteln, Kontrolle über ihr eigenes Leben zurück zugewinnen. Aus Studien ergebe sich, dass solche Erfolgserlebnisse im Idealfall dazu führen können, dass sich krankhafte Veränderungen im zentralen Nervensystem zurückbilden.

Regelmäßige Betätigung, Ausdauertraining und speziell auf den Patienten zugeschnittene Übungen verbessern nicht nur die allgemeine körperliche Verfassung, sondern verringern auch Schonhaltungen und verringern Schmerzen und Behinderungen im Alltag", schreiben die Experten. Bei chronischen Schmerzen habe sich das Schmerzempfinden verselbstständigt. Hinweise darauf seien zum Beispiel, wenn ein Patient auf eine jeweils gleiche Belastung mit unterschiedlich starken Schmerzen reagiert oder wenn selbst geringe, unschädliche Reize bereits starke Beschwerden zur Folge haben.

Normalerweise werden Schmerzgefühle einzelner Körperstellen über das Rückenmark an das Gehirn mitgeteilt. Dort werden sie wahrgenommen und weiterverarbeitet, erläutern die Forscher. Bei länger anhaltenden Beschwerden steigt die Schmerzintensität, oft empfindet der Patient schon leichte Berührungen als unangenehm. Hält dies über Monate an, kann sich die Schmerzverarbeitung in Hirn und Rückenmark auf Dauer verändern. Schmerzlindernde Mechanismen werden ausgeschaltet, schmerzerhaltende Substanzen vermehrt freigesetzt. Ab diesem Moment sind die Schmerzen den Experten zufolge eine eigenständige Erkrankung des zentralen Nervensystems.



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