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14.04.2009

Osteoporose: Mechanismus des Knochenabbaus aufgedeckt

Für Osteoporose ist nach neuen Erkenntnissen nicht nur ein Hormonmangel verantwortlich, sondern auch ein bestimmtes Eiweiß. Während ein Mangel des Hormons Östrogen zwar die Grundlage zur Entstehung der im Volksmund Knochenschwund genannten Erkrankung liefert, ist ein Eiweiß der eigentliche Auslöser für den allmählichen Knochenabbau. Ein Team aus Münsteraner und österreichischen Wissenschaftlern hat - bei Versuchen an Mäusen - erstmals die zentrale Bedeutung des Eiweißes nachgewiesen, wie das Universitätsklinikum Münster mitteilte. Die Erkenntnisse wurden aktuell im britischen Fachjournal „Nature Medicine" veröffentlicht (Fachartikelnummer DOI: 10.1038/nm1945).

Das entdeckte Eiweiß spielt eine wichtige Rolle bei der Ausreifung der sogenannten Knochenfresszellen. Ähnlich einer Antenne ist das Eiweiß auf der Oberfläche der Zellen empfänglich für bestimmte Signale, die erheblich zum Knochenschwund beitragen. Wird die Eiweißbildung gehemmt - werden die Antennen also nicht „ausgefahren" - waren die Tiere nachhaltig vor Osteoporose geschützt.

Selbst bei einem niedrigen Östrogen-Spiegel wurden die Knochenfresserzellen nicht gebildet. „Es ist zwar noch Zukunftsmusik, aber langfristig können so womöglich neue Behandlungsstrategien entwickelt werden", kommentierte der Münsteraner Mediziner und Mitautor der Studie, Prof. Thomas Pap, die Studienergebnisse.

Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung in Deutschland, sie trifft im Schnitt etwa jeden Zehnten. Ein besonders großes Risiko haben Frauen in den Wechseljahren, 20 bis 40% von ihnen sind betroffen. Masse, Stabilität und Funktion der Knochen nehmen dabei ab, was oft schmerzhaft ist und die Gefahr von Knochenbrüchen erhöht.


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