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24.03.2009

Verhaltenstherapie psychischer Erkrankungen verringert sexuelle Störungen

Eine Verhaltenstherapie bei psychischen Erkrankungen vermag in vielen Fällen, auch das Liebesleben der Betroffenen zu verbessern. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der TU Dresden um Prof. Jürgen Hoyer in einer Untersuchung mit 451 Patienten (TU Dresden / Sexual and Relationship Therapy 24 (2009) 64-73).

Rund zwei Drittel der Teilnehmer mit einer Angststörung oder Depression litten an Sexualstörungen. In mehr als der Hälfte der Fälle profitierten die Patienten von einer erfolgreichen Verhaltenstherapie auch im Hinblick auf ihr Sexualleben deutlich. Dabei steigerte sich die Erektions- und Orgasmusfähigkeit und das generelle sexuelle Interesse nahm zu. Knapp ein Drittel der Teilnehmer berichtete allerdings, dass trotz Therapie sexuelle Probleme weiterhin bestanden.

Die genauen Zusammenhänge, weswegen sich sexuelle Störungen (sexuelle Dysfunktion) verminderten, konnte die Studie nicht klären. Vermutungen der Autoren gehen dahin, dass es aufgrund einer positiveren Lebensanschauung oder der gestiegenen Qualität der Intimbeziehung den Betroffenen möglicherweise leichter fällt, zum sexuellen Höhepunkt zu gelangen.

Man geht seit längerem davon aus, dass das Ausmaß von Begleiterkrankungen von Menschen mit Panikattacken oder generalisierten Angststörungen erheblich reduziert werden kann, wenn eine psychotherapeutische Behandlung erfolgreich verläuft. Selbst dann, wenn diese anderen Erkrankungen während der Therapie keine direkte Aufmerksamkeit erfahren.

Die Studienautoren warnen jedoch davor, aus dieser Untersuchung den Schluss zu ziehen, sexuelle Probleme beim Patienten gar nicht erst anzusprechen. Schließlich lagen bei einigen Patienten die Beschwerden auch nach der Therapie der Angststörung bzw. Depression unvermindert vor. Im Gegenteil: Betroffene sollten künftig noch stärker ermutigt werden, sexuelle Probleme gegenüber dem Psychotherapeuten offen zu artikulieren. Auf der anderen Seite sollten Therapeuten Sexualstörungen als Begleiterscheinung anderer psychischer Erkrankungen mehr Beachtung zu schenken, um besser beurteilen zu können, in welchen Fällen eine zusätzliche sexualtherapeutische oder medizinische Behandlung notwendig ist. 



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