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11.03.2009

Schwangerschaftshormon steht in Zusammenhang mit Wochenbettdepression

Ein erhöhter Spiegel des Corticotropin-releasing hormone (CRH), das den Körper einer Schwangeren auf die bevorstehende Geburt ihres Kindes vorbereitet, steht offenbar in engem Zusammenhang mit der Entstehung einer Wochenbettdepression. „Frauen, die während der Schwangerschaft große Mengen des Hormons CRH im Körper haben, entwickeln häufiger nach der Geburt ihres Kindes eine Depression . Ein Bluttest während der Schwangerschaft könnte dazu beitragen, Frauen mit erhöhtem Risiko rechtzeitig zu unterstützen", berichtet Dr. Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater und bezieht sich dabei auf eine Studie von Wissenschaftlern um Ilona Yim von der Universität von Kalifornien in Irvine, USA. Die Forschungsarbeit wurde in der Fachzeitschrift Archives of General Psychiatry veröffentlicht.

In einer Studie mit 100 Teilnehmerinnen fanden die Wissenschaftler heraus, dass 12 von 16 Frauen, die eine postpartale Depression entwickelten, einen hohen Gehalt an CRH während der Schwangerschaft hatten. „CRH wird normalerweise in sehr geringen Mengen vom Hypothalamus im Gehirn produziert. In der Schwangerschaft wird jedoch von der Plazenta etwa 100-mal mehr CRH hergestellt als normalerweise. Nach der Geburt kommt es zu einem starken Rückgang des Hormonspiegels, der dann offenbar eine depressive Reaktion nach sich ziehen kann", erklärt Dr. Roth-Sackenheim.

„Von einer postpartalen Depression sind 20% aller Frauen nach der Entbindung betroffen. Bei 7% der Mütter bleiben depressive Beschwerden bestehen. In diesen Fällen ist es wichtig, dass betroffene Frauen rechtzeitig psychotherapeutische Hilfe suchen. Eventuell könnte ein Bluttest frühzeitig Hinweise auf eine mögliche postpartale Depression geben, damit gefährdete Frauen bereits vor der Entbindung verstärkt unterstützt werden könnten. Zunächst sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig, um diese Zusammenhänge zu erforschen", sagt die Psychiaterin und Psychotherapeutin.


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