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20.02.2009

Rauchen in der Schwangerschaft vermindert Blutversorgung des Ungeborenen

FilterzigaretteDänische Wissenschaftler konnten klären, warum Nikotinkonsum in der Schwangerschaft zu einem niedrigen Geburtsgewicht beim Nachwuchs führt. „Rauchen ist offenbar dafür verantwortlich, dass beim Ungeborenen die Aktivität eines Enzyms herabgesetzt wird, welches die Spannung der Blutgefäße reguliert. Diese verminderte enzymatische Aktivität hat eine Verengung der Gefäße zufolge, was dann der optimalen Versorgung des Babys abträglich ist", berichtet Dr. Klaus König, Vize-Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und beruft sich dabei auf eine Untersuchung um Malene R. Andersen, die im Fachmagazin „Circulation" veröffentlicht wurde.

An der dänischen Studie nahmen 266 gesunde Schwangere teil, von den 182 Nicht-Raucherinnen und 43 Raucherinnen waren. 41 der Frauen, die rauchten, gaben diese Angewohnheit in der frühen Schwangerschaft auf.
Um den Einfluss des potentiell schädlichen Nikotinkonsums auf die Babies zu überprüfen, wurden Proben aus Gefäßen der Nabelschnur und der Plazenta entnommen. Diese wurden dann unter anderem auf Abbauprodukte von Nikotin untersucht sowie auf die Konzentration und Aktivität des Enzyms Endothelial-Nitric-Oxide-Synthease (ENOS), dessen Einfluss auf der Regulierung von Gefäßzuständen bekannt ist. Auch wurden die Frauen nach ihrem Zigarettenkonsum befragt und das Geburtsgewicht der Kinder ermittelt.

Bei der Auswertung der Daten zeigte sich, dass die neugeborenen Kinder von Raucherinnen weniger Gewicht - durchschnittlich 350 Gramm weniger - als der Nachwuchs von Nicht-Raucherinnen auf die Waage brachten, einen kleineren Kopfumfang hatten und insgesamt zierlicher waren. Die enzymatische Aktivität der eNOS in den Gefäßen der Nabelschnur war gegenüber der aus Proben von Nicht- und Ex-Raucherinnen um 36% vermindert und auch die Konzentration des Enzyms war um 47% geringer.

„Obwohl der Zusammenhang zwischen Zigarettenkonsum in der Schwangerschaft und niedrigem Geburtsgewicht schon seit den Fünfziger Jahren bekannt ist, ist dies eine der ersten Studien, die einen ursächlichen biochemischen Mechanismus aufdeckt", kommentiert Dr. König die Ergebnisse. Die Studienautoren vermuten, dass etwa 25% der Gewichtsreduktion auf die verminderte Aktivität des Enzyms Endothelial-Nitric-Oxide-Synthease zurückzuführen sind, wodurch der Versorgungsmangel des Ungeborenen mit Sauerstoff und Nährstoffen zustande kommt.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung war, dass Frauen, die in den ersten sechs Wochen ihrer Schwangerschaft das Rauchen aufgaben, keine zu leichten Kinder auf die Welt brachten. „Wir können daher nur allen Raucherinnen empfehlen, den Zigarettenkonsum einzustellen, sobald sie davon erfahren, schwanger zu sein und möglichst auch Passivrauch zu meiden", rät der Vize-Präsident. „Offenbar lassen sich durch den rechtzeitigen Verzicht auf Nikotin in der Schwangerschaft negative Folgen für das Ungeborene weitestgehend vermeiden. Es ist übrigens eine weit verbreitete Fehleinschätzung, dass das Kind unter einem plötzlichen Rauchstopp der Mutter leiden könnte. Spontanes Abstellen des Nikotinkonsums hat beim Ungeborenen keinerlei Entzugserscheinungen zur Folge. Ab dem Zeitpunkt, an dem Mütter das Rauchen einstellen, entlasten sie Ihren Körper und tun Ihrem Baby Gutes.



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