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29.01.2009

Schwangerschaft nach Krebsbehandlung gelungen

Mit eingefrorenen Eizellen haben Düsseldorfer Mediziner einer Krebspatientin trotz Strahlen- und Chemotherapie eine Schwangerschaft ermöglicht. Die heute 34-Jährige sei an einem Schleimhautkrebs im Vaginalbereich erkrankt gewesen und musste operiert, bestrahlt und mit Medikamenten behandelt werden, berichtete das Universitätsklinikum Düsseldorf. Um ihr die Chance auf Kinder zu erhalten, froren die Ärzte bereits befruchtete Eizellen der Patientin vor der Krebstherapie ein und verpflanzten sie ihr nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung in die Gebärmutter. Die Frau sei inzwischen in der 15. Woche schwanger, die Schwangerschaft verlaufe komplikationslos.

Strahlen- und Chemotherapie zerstören vor allem die teilungsfreudigen Tumorzellen. Aber auch die empfindlichen Keimzellen werden oft geschädigt. „Um die Schädigung der Keimzellen auszuschließen, müssen sie vor der Chemo- oder Radiotherapie entnommen und eingefroren werden", berichtete das Team um den Leiter des Universitären Interdisziplinären Kinderwunschzentrums Düsseldorf, Prof. Jan S. Krüssel. Die befruchteten Eizellen seien dabei im sogenannten Vorkernstadium eingefroren worden, also vor Verschmelzen der Zellkerne von Samen- und Eizelle. „Nach Abschluss der Behandlung kann mit zeitlichem Abstand, der sich nach dem Gesundheitszustand der Patientin richtet, die Kinderwunschbehandlung eingeleitet werden."

Laut Klinikum wurde bundesweit nie zuvor ein gelungener Eingriff dieser Art registriert. Es sei allerdings möglich, dass es bereits unregistrierte Schwangerschaften nach Krebs gegeben habe. Der aktuelle Fall solle - auch nach dem Wunsch der Patientin - Anderen Mut machen, die Hoffnung nicht aufzugeben, teilte das Klinikum weiter mit.

Anfang 2008 war es Erlangener Ärzten erstmals in Deutschland gelungen, einer Krebspatientin Eierstockgewebe vor der Therapie zu entnehmen, einzufrieren und anschließend erfolgreich wieder einzusetzen Das Gewebe konnte vollkommen funktionstüchtig reimplantiert werden und damit die Chance auf eine Schwangerschaft erhalten.

Quelle: dpa



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