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20.03.2009

Beschneidung verringert Ansteckungsrisiko mit Humanen Papillomviren

Die Vorhaut zu entfernen könnte dazu beitragen, dass Männer sich und damit ihre Sexualpartnerinnen seltener mit potentiell krebsauslösenden Humanen Papillomviren (HPV) anstecken. „Zwei neue Studien belegen, dass beschnittene Männer ein geringeres Risiko für HPV-Infektionen im Genitalbereich haben. Die Studienautoren schließen daraus, dass damit auch geringeres Übertragungsrisiko der Viren auf deren Sexualpartnerinnen einhergeht wodurch das Risiko für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs bei diesen Frauen verringert werden könnte", berichtet Dr. Klaus König, zweiter Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und bezieht sich dabei auf die Untersuchungen von Carrie Nielson, von der Oregon Health and Science University in Portland und Bertran Auvert, vom Institut National de la Santé Et de la Recherche Médicale in Frankreich.

Bei der amerikanischen Studie untersuchten die Mediziner 463 Männer im Alter von 18 bis 40 Jahren, von denen 16 Prozent unbeschnitten waren. Mit Hilfe von Sperma- und Tupferproben aus dem Intimbereich ermittelten die Wissenschaftler, dass die beschnittenen Studienteilnehmer nur halb so oft mit HP-Viren infiziert waren wie unbeschnittene Männer.

Die Untersuchung um Bertran Auvert war in Südafrika angesiedelt und sollte in erster Linie den Zusammenhang zwischen dem Vorteil von Beschneidung und der Infektion mit HI-Viren klären. Hierfür untersuchten die Mediziner Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren. Bei einem Teil der Studienteilnehmer wurde die Vorhaut entfernt, während die anderen unbeschnitten blieben. Über die Beobachtungszeit von 21 Monaten wurde die Harnröhre der Probanden auch auf das Vorkommen von besonders gefährlichen HP-Viren untersucht. Die Analyse der Daten zeigte, dass von den beschnittenen Männern nur 14,8 Prozent mit so genannten High-Risk-HPV-Typen infiziert waren. Dabei handelt es sich um Viren-Typen, die mit einem größeren Risiko für Krebsentstehung assoziiert sind. Dem gegenüber hatten sich 22,3 Prozent der nicht beschnittenen Männer mit Hochrisikotypen angesteckt.

Insgesamt ist die Studienlage zu dem Zusammenhang zwischen der männlichen Beschneidung und einem verringerten Risiko für HPV-Infektionen jedoch nicht eindeutig. Einige frühere Untersuchungen konnten keinen Vorteil dieser Maßnahme zu Gunsten einer reduzierten HP-Viruslast herstellen, während andere ihn nachwiesen. „Trotz der aktuellen Studien ist es daher noch verfrüht, dahingehend eine Empfehlung auszusprechen, dass etwa Eltern darüber nachdenken sollten, ihre neugeborenen Söhne beschneiden zu lassen, um später das HPV-Ansteckungsrisiko für die Kinder und deren Sexualpartnerinnen zu senken. Zunächst müssen weitere Studien abgewartet werden", kommentiert der Gynäkologe.
 Hinsichtlich einer Infektion mit HI-Viren, dem Erreger von Aids, konnte jedoch mehrere Studien ein verringertes Ansteckungsrisiko nach Beschneidung feststellen. Die WHO empfiehlt daher inzwischen die Beschneidung, als eine Strategie gegen die weitere Ausbreitung von HIV.

Weltweit ist etwa ein Viertel aller Männer beschnitten. Bei dieser so genannten Zirkumzision ist die Vorhaut teilweise oder vollständig entfernt. Neben medizinischen Notwendigkeiten sind die Gründe für diese Maßnahme auch kulturell bedingt.


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