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26.12.2008

Koffein in Schwangerschaft senkt das Geburtsgewicht

Koffein-Konsum während der Schwangerschaft kann ein erniedrigtes Geburtsgewicht des Nachwuchses zufolge haben. „Offenbar kann Koffein das Wachstum eines Ungeborenen in ähnlichem Maße verzögern wie Alkohol oder Nikotinaufnahme im Verlauf der Schwangerschaft", berichtet Dr. Klaus König, zweiter Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und verweist dabei auf die Untersuchung einer britischen Forschergruppe, die im British Medical Journal (BMJ 337, 2008) veröffentlicht ist. „Dabei scheint ein linearer Zusammenhang zwischen der täglichen Koffein-Dosis und dem verringerten Gewicht des Kindes zu bestehen."

In die Auswertung gingen die Daten von 2635 schwangeren Frauen ein, die zwischen September 2003 und Juli 2006 in den Geburtskliniken von Leeds und Leichester betreut wurden. Mit Hilfe eines detaillierten Fragebogens wurde unter anderem der Koffein-Konsum der Frauen aus verschiedenen Nahrungsquellen im Zeitraum von vier Wochen vor der Empfängnis, bis hin zur Geburt bestimmt.

In der Analyse wurde deutlich, dass die Teilnehmerinnen die größte Menge Koffein vor Kaffee (16%), Cola (12%) Schokolade (8%) und Softdrinks (2%) über Tee (62%) zu sich genommen hatten. Über den Verlauf der Schwangerschaft waren es täglich im Schnitt 159mg.  Während die Frauen vor der Schwangerschaft noch täglich 239mg Koffein zu sich genommen hatten, reduzierten sie dessen Aufnahme im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel (Trimester) um rund 100mg. Im letzten Schwangerschaftsdrittel erhöhte sich die Koffein-Aufnahme dann wieder auf 153mg am Tag.
Weiterhin zeigt sich, dass mit zunehmender Koffein-Aufnahme das Risiko für ein geringeres Geburtsgewicht beim Kind stieg. Eine Dosis von mehr als 200mg am Tag verringerte das spätere Geburtsgewicht des Kindes durchschnittlich um 60 bis 70g.

Im Vergleich zu Frauen, die weniger als 100mg am Tag zu sich nahmen, war das Risiko bei 100 bis 200mg täglicher Zufuhr um 20% erhöht. Bei einer Dosis von 200 bis 300mg am Tag lag das Risiko bei 50%. So verhielt es sich über alle drei Trimester der Schwangerschaft.

„Die Auswertung macht deutlich, dass ein erhöhter Konsum von Koffein im gesamten Verlauf der Schwangerschaft problematisch ist. Es konnte kein Zeitraum beschrieben werden, in welchem sich die Aufnahme als weniger schädlich erwiesen hätte", kommentiert Dr. König. Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass sich der Zusammenhang zwischen Koffein-Konsum und dem Geburtsgewicht der Kinder ähnlich dem Konsum von Alkohol während der Schwangerschaft auswirkt. „Schwangere sollten daher - neben Alkohol und Nikotin - möglichst auch auf die pharmakologisch aktive Substanz Koffein verzichten oder zumindest den Verzehr weitgehend einschränken."

Je nach Stärke enthält eine Tasse Kaffee zwischen 30 bis 100mg Koffein. In einer Tasse Schwarztee liegen rund 50mg Koffein vor.



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