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12.12.2008

Schwangerschaftsdiabetes kann Sprachentwicklung des Nachwuchses beeinträchtigen

Tritt während der Schwangerschaft ein Diabetes (Gestationsdiabetes) auf, kann dieser möglicherweise zu Entwicklungsstörungen beim Kind führen. „Schwankende Zuckerspiegel im Blut von diabetischen Müttern haben offenbar einen ungünstigen Einfluss auf die Gesundheit des Babys, die sich in einer Verzögerungen der Sprachentwicklung bemerkbar machen können", erklärt Dr. Klaus König, zweiter Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und verweist dabei auf eine Studie um Ginette Dionne von der Laval University in Quebec, die im Fachmagazin „Pediatrics" veröffentlicht wurde. „Die Untersuchung verdeutlich einmal wieder, wie wichtig die Vorbeugung von Gestationsdiabetes in der Schwangerschaft ist, die insbesondere über eine gesunde, kalorienarme Ernährungsweise erreicht werden kann", betont der niedergelassene Gynäkologe. „Daneben spielt natürlich auch die rechtzeitige Behandlung eine Rolle, um Schwankungen der Glukosespiegel im Blut abzufangen."

Schon lange besteht der Verdacht, dass ein Diabetes, der in der Schwangerschaft das erste mal auftritt, einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Ungeborenen haben kann. Derartige Beobachtungen, etwa zu motorischen Defiziten und Entwicklungsverzögerungen, wurden jedoch bisher nun in sehr kleinen Stichproben bemerkt.
In der kanadischen Untersuchung wurde die Sprachentwicklung von 221 Kindern, deren Mütter im Verlauf der Schwangerschaft einen Diabetes entwickelt hatten, einer so genannten Kontrollgruppe mit 2.612 Nachkommen von gesunden Müttern gegenübergestellt. Die Kinder waren zwischen 1995 und 1998 geboren worden. Unter ihnen waren Zwillingsgeburten sowie Einzelkinder, deren Sprachentwicklung wiederholt zwischen dem Alter von 18 Monaten und sieben Jahren überprüft wurde.

Die Auswertung der Aufzeichnungen ergab, dass die Kinder von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes in den Test zur expressiven Sprache schlechter abschnitten, als diejenigen aus der Kontrollgruppe. Das Risiko für eine verzögerte Sprachentwicklung war für die Nachkommen der diabetischen Mütter dabei doppelt so hoch. In der Analyse wurden Faktoren wie soziale Verhältnisse, Geschlecht und andere Einflüsse berücksichtigt.

„Deutlich schwächer war der negative Effekt jedoch beim Nachwuchs von Müttern, die ein hohes Bildungsniveau aufwiesen", fügt Dr. König hinzu. „Inwieweit hier genetische Grundlagen eine Rolle spielten oder die Defizite der Kinder durch eine bessere sprachliche Förderung abgemildert wurden, konnte die Studie nicht abschließend klären. Wir können aber davon ausgehen, dass ein Schwangerschaftsdiabetes für Mutter und Kind grundsätzlich ein Risiko darstellt, dass in vielen Fällen durch Vermeidung von Übergewicht und Fehlernährung vermeidbar ist."



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