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28.11.2008

Psychotherapie verbessert Heilungschancen bei Brustkrebs

Ärztliches Abtasten der BrustEine Psychotherapie kann sich offenbar positiv auf die Heilungschancen von Brustkrebs-Patientinnen auswirken. „Brustkrebs-Patientinnen, die im Rahmen ihrer Behandlung auch eine psychologische Therapie erhalten, haben offenbar eine bessere Prognose", berichtet Dr. Klaus König, zweiter Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und bezieht sich dabei auf eine Studie von Barbara Andersen von der Ohio State University, die im Fachmagazin „Cancer" veröffentlicht wurde. „Der beobachtete positive Effekt auf den Erkrankungsverlauf ist vermutlich auf das Erlernen von Entspannungstechniken als Teil der Psychotherapie zurückzuführen, wodurch das Immunsystem günstig beeinflusst wird." Hintergrund der Untersuchung war es, die Auswirkung einer Psychotherapie auf das Überleben der Patientinnen zu ermitteln.

An der Untersuchung nahmen 227 Patientinnen teil, die aufgrund eines Mammakarzinoms behandelt wurden. Bevor die Frauen im Anschluss an ihre Operation weitere, so genannte adjuvante Therapiemaßnahmen bekamen, erhielten sie entweder eine bestimmte medizinische oder eine spezielle psychologische Behandlung. Diese psychologische Intervention bestand in regelmäßigen gruppentherapeutischen Sitzungen. Darüber hinaus erlernten die Frauen Entspannungsübungen - etwa die Progessive Muskelrelaxation -, wurden zu sportlichen Aktivitäten ermuntert und erhielten Schulungen zu gesunder Ernährung. Sämtliche dieser Maßnahmen hatten zum einen Stressabbau und zum anderen eine Erhöhung der Motivation für anstehende Therapiemaßnahmen zum Ziel.

Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 11 Jahren, hatten 29 Prozent der Teilnehmerinnen einen Rückfall erlitten und 24 Prozent waren verstorben. Innerhalb der Gruppe Frauen, die eine psychotherapeutische Zusatztherapie erhalten hatten, war die Gesamtsterblichkeit jedoch nur halb so hoch wie in der Gruppe, die keine psychologische Intervention wahrgenommen hatte. Auch traten Krankheitsrückfälle in der Gruppe mit Psychotherapie durchschnittlich sechs Monate später auf.

„Unklar blieb, welche Faktoren und Mechanismen für die positive Wirkung der psychotherapeutischen Zusatztherapie verantwortlich waren", meint Dr. König, Experte des Patientinnen-Informationsportals „Frauenärzte im Netz" im Internet. „Die Studienautoren vermuten in erster Linie eine positive Beeinflussung des Immunsystems und führen dies auf die Entspannungsübungen zurück. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Krebspatienten, die mit Chemotherapie behandelt wurden und gleichzeitig Progressive Muskelrelaxation praktizierten, die Chemotherapie wesentlich besser als Kontrollgruppen ohne die Entspannungstherapie vertrugen. Sollten sich die Ergebnisse der Studie bestätigen könnten psychologische Entspannungsmethoden, die in den letzten Jahren als therapeutische Begeleitmaßnahmen ohnehin schon an Bedeutung gewonnen haben, noch weiter in die Therapie miteinbezogen werden", fügt der niedergelassene Gynäkologe hinzu.



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