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21.11.2008 Rauchen während der Schwangerschaft erhöht Risiko für Lippen-Kiefer-Gaumenspalte beim Nachwuchs
Seit langem ist bekannt, dass sich der Konsum von Nikotin während der Schwangerschaft negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken kann. Auch der negative Effekt auf die Ausbildung einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte war zuvor in Untersuchungen beobachtet worden. Nach Angaben der Autoren ist die neue Studie in ihrer Art jedoch einzigartig, da die Ergebnisse nicht durch Befragungen zum Rauchverhalten der Mütter zustande kamen, sondern durch direkte Messung der Nikotinwerte und dessen Stoffwechselprodukten im Blut der Schwangeren ermittelt wurden. Für die Analyse wurden die Blutproben von 578 Schwangeren nachträglich ausgewertet, die sich in der 12. bis 13. Schwangerschaftswoche befanden und am „California Expanded AFP-Programm" teilgenommen hatten. 89 von ihnen hatten später ein Baby bekommen, dessen Oberlippen oder Gaumen sich während der Embryonalentwicklung nicht vollständig geschlossen hatten. Weitere 80 bekamen ein Kind bei dem sich der Neuralrohr-Verschluss nicht normal vollzogen hatte. Ihnen standen 409 so genannte Kontrollfälle gegenüber, also Schwangerschaften bei denen keine Schadstoffe aus Tabak nachgewiesen werden konnten und aus denen kein Nachwuchs mit Fehlbildungen hervorging. Die Auswertung ergab ein 2,4-fach höheres Risiko für Fehlbildungen an Lippe oder Gaumen, wenn die Mütter während ihrer Gravidität Zigarettenrauch ausgesetzt waren. Das Risiko bestand auch dann, wenn Alter, ethnische Zugehörigkeit und die Folsäure-Blutwerte berücksichtigt wurden. Der Zusammenhang zwischen Nikotinkonsum und einem unvollständigen Neuralrohr-Verschluss war hingegen weit weniger klar. „Die Lippen-Kiefer-Spalten und die Gaumenspalten sind zwei getrennte Entwicklungsstörungen, wobei die Gaumenspalten oft zusammen mit den Lippen-Kiefer-Spalten auftreten. Dies mag die unterschiedlichen Ergebnisse der Auswirkungen von Tabakschadstoffen in der Studie ein Stück weit erklären", ergänzt Dr. König. „Neben exogenen Faktoren wie dem Rauchen oder Alkoholkonsum, gibt es auch so genannte endogene, genetische Ursachen, die das Risiko für Fehlbildungen in Mund und Rachen erhöhen. Umgekehrt reduziert die Einnahme von Folsäure in der Frühschwangerschaft die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung einer Neuralrohr-Fehlbildung beim Kind erheblich. Da die Schwangerschaft allerdings oft erst bemerkt wird, wenn die Fehlentwicklung schon stattgefunden hat, sollte nach Absprache mit dem Frauenarzt auch schon bei Kinderwunsch mit der Einnahme von Folsäure begonnen werden, spätestens jedoch wenn die Schwangerschaft festgestellt wird", führt Dr. König aus. Weitere Meldungen zum Thema:
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