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19.11.2008 Gesunde, starke Knochen durch aktive Prävention
Was Evchen nicht lernt... Dumpfe Schmerzen im Rücken, die Minderung der Körpergröße um einige Zentimeter und hängende Schultern können ein Hinweis auf eine Osteoporose sein, die durch schleichenden Knochenschwund verursacht wird und erst in reiferen Jahren auftritt. Die Basis für die Entwicklung eines belastbaren Skelettsystems mit seinen 206 großen und kleinen Knochen wird jedoch in der Kindheit und Jugend gelegt. Das Maximum der Knochenmasse (peak bone mass) findet in der Regel erst mehrere Jahre nach Abschluss des Längenwachstums statt. Dieses ändert sich in den anschließenden zwei Jahrzehnten kaum, sofern ein gesunder Lebensstil mit der Motivation zu regelmäßigen Sport und angepasster Ernährung umgesetzt wird. Derzeit steigt aber die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die durch Bewegungsdefizite und Übergewicht, Fehl- und Mangelernährung sowie Essstörungen Knochenmasse verlieren, anstatt diese regulär aufzubauen. Damit entsteht eine körpereigene Hypothek, die in reiferen Jahren unerbittlich Zinsen einfordert. Die wachsende Risikogruppe benötigt Freude am Sportunterricht und Bewegung im Freien sowie Hinweise von Eltern und Lehrern mit Cola & Co sparsam umzugehen und möglichst auf Fertiggerichte zugunsten frischer Nahrungsmittel zu verzichten. Osteoporose ist nicht nur schmerzhaft, sondern teuer Neben tief greifenden Einbußen an Lebensqualität durch Bewegungseinschränkungen, Schmerzen und Frakturen zählt die Osteoporose zu den teuren Volkskrankheiten. Die Ausgaben der gesetzlichen Kassen entsprechen denen für Herz-Kreislaufleiden und Diabetes, die jährlich 7 Milliarden bzw. 5,1 Milliarden Euro verursachen. Laut der „BONE-EVA-Studie" erlitten 333.322 Patientinnen im Jahr 2003 im Zusammenhang mit der Osteoporose einen Knochenbruch. Der häufigste und teuerste Bruch ist eine Hüftfraktur, die im gleichen Zeitraum 99.000 mal diagnostiziert wurde. Deren Behandlung erfordert fast zwei Drittel der durch Osteoporose verursachten Ausgaben. Pro Patient und Jahr betragen die Aufwendungen bei Osteoporose mit Knochenbruch 9.942,- und ohne Knochenbruch 282,- Euro. Jede Osteoporose und insbesondere jeder Knochenbruch, der durch aktive Prävention verhindert werden kann, schafft einen Zugewinn an Lebensqualität und entlastet unser Gesundheitssystem. Einfach und wirksam - Bewegung ist das A und O Der altersbedingte Abbau der Knochenmasse bis hin zur Diagnose Osteoporose ist kein unabänderliches Schicksal. Er kann durch regelmäßiges Radfahren, Wandern, zügiges Spazierengehen und Nordic-Walking sowie Krafttraining an entsprechenden Geräten nachhaltig gebremst werden. Durch intensives Muskeltraining findet eine optimale Stimulierung des Knochenstoffwechsels statt, die sich positiv auf die Festigkeit des Haltungsapparates auswirkt. Gleichzeitig sorgt die Kräftigung der Muskulatur für eine Verbesserung der Koordination der Bewegungsabläufe sowie die Gangsicherheit und eine Optimierung des Gleichgewichtssinns. Vom Krafttraining unter kundiger Anleitung profitiert die Knochenmasse der Wirbelsäure und des Schenkelhalses, da die Rücken- und Oberschenkelmuskulatur optimal gefestigt und damit belastbarer wird. Kalzium und Vitamin D sind unverzichtbar Der wichtigste mineralische Baustein des Knochengerüsts ist Kalzium. Das hat sich hinlänglich herumgesprochen. Milch und Milchprodukte liefern hochwertiges Kalzium, das vom Körper gut verwertet werden kann, wenn Vitamin D mit seinen Metaboliten zur Hilfe kommt. Diese erhöhen nicht nur die reguläre Kalziumaufnahme im Darm, sondern sind unentbehrlich für die Mineralisierung der Knochenmatrix. Neue Studien zeigen, dass Vitamin D bislang unterschätzt wurde. Es senkt bei älteren Menschen das Risiko für Stürze und Frakturen und kann sogar das Brustkrebsrisiko reduzieren. Die Sorge vor dem Einfluss der krebserregenden ultravioletten Sonneneinstrahlung hat dazu geführt, dass die Vitamin-D-Synthese in der Haut vielfach nicht mehr ausreichend erfolgt. Dies trifft insbesondere auf ältere Frauen zu, die wegen mangelnder Exposition dringend neben einer Nahrungsergänzung mit Kalzium auch Vitamin D benötigen. Bei bereits bestehender Osteoporose gilt die Einnahme von Kalzium und Vitamin D nach der DVO-Leitlinie als Basistherapie, die von entsprechenden Medikamenten wie Bisphosphonaten und Strontium Ranelat ergänzt wird. Die Substitution kann jedoch eine gesunde Kost nicht ersetzen. Wer bei dem Verzehr von Milchprodukten Sorge vor dem damit einhergehender Fettanteil hat, sollte auf fettreduzierte Produkte ausweichen und kalziumreiches Mineralwasser bevorzugen. Frauen nach der Menopause benötigen 1.200-1.500 mg Kalzium und 400-1.200 Internationale Einheiten (I.E.) Vitamin D pro Tag. Die wichtigste medizinische Strategie - Hormonersatztherapie Macht sich der Knochenschwund bereits durch starke lokale Schmerzen und einen Hohlrundrücken bemerkbar, weist dies auf eine fortgeschrittene Osteoporose hin, die mit dem Risiko von Frakturen verbunden ist. Deutlich früher sollte eine individuelle, sensibel abgestimmte und zeitlich kontrollierte Hormonersatztherapie (HRT) zur Prävention eingreifen. Dazu sagt Prof. Dr. Dr. Alfred O. Mueck / Experte für Endokrinologie und Menopause: „Zur HRT gibt es keine Alternative mit besserem Nutzen-Risiko-Verhältnis", und erklärt, dass die multifaktorielle Osteoporose zu 80-90% durch den Abfall des Östrogenspiegels in der Menopause hervorgerufen wird und am stärksten während der ersten Dekade nach der letzten Blutung ausgeprägt ist. Da noch in vielen Köpfen der Frauen die Angst vor möglichen Nebenwirkungen der HRT vorhanden ist, sollte der Entschluss zu einer Hormonersatztherapie im vertrauensvollen Gespräch mit der Patientin entschieden werden. Jedoch gibt es nach internationaler Überzeugung neben der HRT für die gefährdeten Frauen keine andere Evidenz-basierte Therapie, die zur Primärprävention geeignet ist, auch wenn diese Information in deutschen Beipackzetteln noch nicht zu lesen ist. Die Ärztinnen und Ärzte des Berufsverbandes der Frauenärzte sehen sich in der Pflicht, die Osteoporose deutlich zu verringern. Dafür ist die rechtzeitige Untersuchung und Vorbeugung unverzichtbar. Quelle: http://www.bvf.de/ von Maria-E. Lange-Ernst Weitere Meldungen zum Thema:
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