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30.10.2008

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Leitlinien bei Brustkrebs anwenden

Prof. Rolf Kreienberg fordert in einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) im Brustkrebsmonat Oktober die Anwendung evidenzbasierter Standards in der Brustkrebsbehandlung und sieht noch erhebliche Defizite bei der Brustkrebsfrüherkennung und Dokumentation. „Deutschland ist auf dem richtigen Weg und die Arbeit der letzten Jahre in der Brustkrebsfrüherkennung und in der Behandlung des Mammakarzinoms zeigen die erwünschten Ergebnisse", fasst Prof. Rolf Kreienberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und Spezialist in der Onkologie, die Entwicklung bei der häufigsten Krebsform von Frauen zusammen.

206.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich an Krebs, mehr als 57.000 davon an Brustkrebs. Mit einem durchschnittlichen Alter von 63 Jahren sind die Frauen beim Auftreten der Krankheit noch relativ jung. Die Patientinnen haben eine durchschnittliche  Überlebenswahrscheinlichkeit von über 81 Prozent und damit gehört Brustkrebs zu den zunehmend heilbaren Krebserkrankungen.

Die Gynäkologie in Deutschland hat in den vergangenen Jahren verstärkte Anstrengungen in der Früherkennung und Behandlung des Mammakarzinoms gemacht. In der Brustkrebsfrüherkennung wie auch in der Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms wurden hochwertige Leitlinien* erstellt, die erst kürzlich aktualisiert wurden. Die Politik hat gemeinsam mit der Ärzteschaft und Vertreterinnen der Selbsthilfegruppen das Mammographie-Screening (für alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren) auf den Weg gebracht, das frühzeitig Brustkrebs aufspüren soll, damit dieser dann besser heilbar ist. Mehr als 180 Brustzentren wurden zertifiziert und die Frauen lassen sich zu mehr als 80 Prozent dort behandeln. Brustzentren garantieren die Einhaltung der Behandlungsstandards und haben durch eine hohe Anzahl von Behandlungsfällen eine größere Expertise. Wie wichtig, die Behandlung nach Leitlinien ist, konnte in einer retrospektiven Studie der Universitätsfrauenklinik Ulm nachgewiesen werden. „Die Überlebenswahrscheinlichkeit stieg mit Zunahme der Einhaltung der Behandlungsstandards", stellt Rolf Kreienberg fest, "alle Frauen sollten nach Leitlinien behandelt werden." Trotz nachweisbarer großer Erfolge sieht Kreienberg noch Fragen offen, die wissenschaftlich aber auch politisch geklärt werden müssen: "Die Erfassung von Brustkrebs durch die Krebsregister in den einzelnen Bundesländern ist noch unvollständig. Das Mammographie-Sceening muss noch mehr von den Frauen angenommen werden. Für Frauen zwischen 40 und 50 Jahren brauchen wir eine bessere Früherkennung und bei zunehmenden Alter der weiblichen Bevölkerung muss man auch die Grenze des Mammographie-Screenings bei 70 Jahren infrage stellen."

*Leitlinien informieren über den State of the Art sowie die diagnostischen und therapeutischen Standards. Sie sollen es dem Arzt ermöglichen, mit den aktuellen Entwicklungen der Medizin Schritt zu halten und ihn bei seiner ärztlichen Tätigkeit und der lebensbegleitenden Fortbildung unterstützen. Leitlinien markieren einen Handlungskorridor, der schließlich der ärztlichen Therapiefreiheit im Interesse der notwendigen individuellen Patientenbehandlung dient. Leitlinien gibt es in unterschiedlichen Qualitätsstufen von S1-S3. Die DGGG gehört mit mehr als 80 aktuellen Leitlinien und Empfehlungen zu den führenden Medizinischen Fachgesellschaften in der Leitlinienerstellung.



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