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23.10.2008

Frauen reagieren empfindlicher auf das Rauchen

Es überrascht nicht, dass der aktuelle Report des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) Frauen regieren sensibler auf Tabakkonsum„Frauen und Rauchen in Deutschland" vor allem schlechte Nachrichten für Raucherinnen bereithält: Demnach reagieren sie sensibler auf Tabakrauch als Männer, haben beispielsweise ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose. Auch das Risiko an einer unheilbaren Atemwegserkrankung, der so genannten COPD zu erkranken ist für Frauen noch größer, weil ihre Lungen und Bronchien vergleichsweise kleiner sind als die von Männern. Rauchen kann zudem Einfluss auf den Menstruationszyklus und die Fruchtbarkeit nehmen und beides verändern. So treten die Wechseljahre bei Raucherinnen früher ein als bei Nicht-Raucherinnen.

Frauen, die im Verlauf ihrer Schwangerschaft rauchen, sind stärker für Schwangerschaftskomplikationen gefährdet. Es ist hinlänglich bekannt, dass auch das Ungeborene Schaden nimmt und ein erhöhtes Risiko für plötzlichen Kindstod hat. Rauchen Frauen während der Stillzeit, reduziert dies die Milchproduktion der Mutter. Zudem gelangen Schadstoffe über die Muttermilch in den Körper des Babys und können diesen schädigen.

Frauen fällt das Aufhören schwerer
Nach Ansicht der Experten des DKFZ haben Frauen größere Schwierigkeiten das Rauchen aufzugeben. Zum einen, weil sie offenbar weniger motiviert sind, zum anderen, weil sie weniger an einen erfolgreichen Versuch glauben als Männer. Frauen nehmen auch stärker an Gewicht zu als Männer. Darüber hinaus sind Entzugssymptome ausgeprägter und Nikotin-Ersatzprodukte weniger wirkungsvoll.
Seit mehreren Jahren steigt daher die Sterblichkeit unter Frauen im Bezug auf Lungenkrebs an. Statistisch gesehen verlieren Raucherinnen ebenso wie rauchende Männer etwa 10 Lebensjahre.

Andere Studien: Früher Beginn des Suchtverhaltens erhöht Brustkrebsrisiko
Die Auswirkungen des Rauchens auf die Entstehung von Brustkrebs sind abhängig vom Startpunkt des Rauchens und der Konsumdauer. Aktuelle Studien zeigen, dass der frühe Beginn des Rauchens, d.h. um die erste Regelblutung (Menarche) herum, das Brustkrebsrisiko steigert, während Frauen, die erst nach den Wechseljahren zur Zigarette greifen, ihr Brustkrebsrisiko sogar senken. Eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2004 bestätigt dieses. Innerhalb von 5 Jahren entwickelten 2.005 der 116.544 untersuchten Frauen Brustkrebs. Unter den Raucherinnen war das Brustkrebsrisiko um 30% höher als in der Nichtraucher-Gruppe. Das höchste Risiko besaßen Frauen, die vor dem 20. Lebensjahr mit dem Rauchen angefangen hatten, und Frauen, die mindestens 5 Jahre vor ihrer ersten Schwangerschaft zum ersten Mal rauchten. Der Konsum über eine lange Dauer erhöhte das Risiko weiter.
Raucherinnen, die mit krebsauslösenden Typen des Humanen Papillomvirus (HPV) infiziert sind, haben zudem ein höheres Risiko an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) zu erkranken als Nicht-Raucherinnen.

Rauchstopp: Lungenfunktion erholt sich bei Frauen vergleichsweise schneller
Frauen zeigen nach einer Entwöhnungsmaßnahme zwar schlechtere Langzeit-Abstinenzraten als Männer. Allerdings wirkt sich die Tabak-Entwöhnung bei Frauen im Vergleich zu Männern positiver auf den Verlauf ihrer Lungenfunktion aus.
Es ist nie zu spät, um mit dem Rauchen aufzuhören, denn ab der ersten Minute tun Sie Ihrem Körper etwas Gutes. Haben Sie den festen Entschluss gefasst, Nicht-Raucher zu werden, sollten Sie einen bestimmten Tag festlegen, ab dem Sie überhaupt nicht mehr rauchen. Allmähliches Aufhören durch schrittweise Verminderung der Zigarettenanzahl führt hingegen nur äußerst selten zum Erfolg.

Weitere Informationen zum Rauchen und zur Tabakentwöhnung finden Sie auch unter http://www.lungenaerzte-im-netz.de/.



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