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05.01.2012

Zwillinge: Ein- oder Zweieiigkeit besser in den ersten Wochen feststellbar

Die Eiigkeit einer Zwillingsschwangerschaft kann im ersten Schwangerschaftsdrittel mit Hilfe einer Ultraschall-Untersuchung beurteilt werden. „Ein Gynäkologe kann am besten zwischen der achten und der zwölften Schwangerschaftswoche abschätzen, ob es sich um eineiige oder zweieiige Zwillinge handelt", erklärt Dr. Klaus König, zweiter Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). „In diesem Zeitfenster kann man erkennen, ob sich die Babys in zwei getrennten oder in einer Embryonalhülle (Chorion) entwickeln. Weist die Gebärmutter zwei Embryonalhüllen auf, handelt es sich in der Regel um zweieiige Zwillinge. Sind beide von einer gemeinsamen Hülle umgeben, sind es höchstwahrscheinlich eineiige Geschwister. Werden beide von einer gemeinsamen Plazenta versorgt, sind sie eindeutig eineiig." Nach der 16. Schwangerschaftswoche wird es praktisch unmöglich, eine Zwillingsschwangerschaft zu beurteilen, denn ab diesem Zeitpunkt liegt die Embryonalhülle zu nahe an der inneren Gebärmutterwand und ist dann nicht mehr hinreichend einsehbar. Die Diagnose, ob eineiige oder zweieiige Zwillinge vorliegen, kann sehr bedeutend für den Verlauf der Schwangerschaft sein, denn eineiige Zwillinge müssen besonders gut überwacht werden.

Nach der Geburt ist meist ebenfalls eine Unterscheidung möglich, wenn der Gynäkologe die Eihäute begutachtet. Auch durch eine genaue Untersuchung der Blutuntergruppen und -faktoren ist eine Unterscheidung möglich. Nahezu hundertprozentige Gewissheit bieten DNA-Tests, die beispielsweise mit Hilfe einer Speichelprobe durchgeführt werden können.

Eineiige Zwillinge entstehen, wenn sich die Eizelle in zwei Embryonal-Anlagen teilt, nachdem sie befruchtet wurde. Es entstehen dann zwei Zellen mit der gleichen DNA-Ausstattung. Bei zweieiigen Zwillingen werden zwei Eizellen von zwei Spermien befruchtet. D.h. zweieiige Zwillinge sind sich - im Gegensatz zu eineiigen Zwillingen - nicht mehr oder weniger ähnlich als Geschwister, die nicht am selben Tag geboren wurden.

Weltweit ist durchschnittlich jede 40. Geburt eine Zwillingsgeburt. In Deutschland sind zwischen 20 und 30% der Zwillinge eineiig. Zweieiige Mehrlingsgeburten nehmen in den letzten Jahren zu, was auf das steigende Lebensalter der Gebärenden und eine Zunahme von Fertilitätsbehandlungen zurückzuführen ist.



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