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19.09.2008

Schwangerschaft: Leben auf dem Bauernhof senkt Asthma-Risiko beim Nachwuchs

Bauernhofaufenthalte während Schwangerschaft verringern Asthma-Risiko beim NachwuchsMütter, die während ihrer Schwangerschaft häufigen Kontakt zu Tieren, Getreide und Heu haben, bringen Kinder zur Welt, die ein geringeres Risiko für allergische Atemwegs- und Hauterkrankungen haben. Zu diesem Ergebnis kommen neuseeländische Forscher um Jeroen Douwes von der Massey University in Wellington, die ihre Untersuchung im Fachmagazin „European Respiratory Journal" veröffentlicht haben. „Seit längerem ist bekannt, dass Kinder, die auf dem Bauernhof groß werden, seltener an allergischen Erkrankungen leiden. Dabei scheint dieser so genannte Bauerhof-Effekt vor allem auf den Verzehr von frischer Kuhmilch und dem Aufenthalt in Kuhställen zurückzuführen zu sein", berichtet Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). „Die neue Erkenntnis dieser Studie ist nun, dass die positive Wirkung vom Leben auf dem Bauernhof bereits in der Schwangerschaft von der Mutter auf das Baby übertragen werden kann und damit das Erkrankungsrisiko noch weiter verringert."

Die Untersuchung der neuseeländischen Wissenschaftler sollte Aufschluss darüber geben, welche Faktoren zu welchem Zeitpunkt der kindlichen Entwicklung für ein verringertes Erkrankungsrisiko für Allergien und Asthma verantwortlich sind. Zu diesem Zweck befragten die Forscher Bauernfamilien mit Kindern im Alter zwischen 5-17 Jahren zur deren Lebensweise vor und nach der Geburt der Kinder. Parallel wurden entsprechende Fragebögen von Familien ausgefüllt, die nicht in der Landwirtschaft angesiedelt waren.

Die Analyse bestätigte frühere Studien, wonach die Bauernhof-Kinder seltener an Asthma und Hauterkrankungen (atopische Ekzeme) litten, wenn sie im Verlauf ihrer Entwicklung Tieren, Getreide und Heu ausgesetzt waren. Der Effekt war am stärksten, wenn die Kinder sowohl im Bauch der Mutter über das mütterliche Blut, als auch gegenwärtig mit den genannten Komponenten aus der Landwirtschaft in Kontakt kamen. „Die Studienautoren gehen davon aus, dass eine frühe Auseinandersetzung mit potentiellen Allergenen und Bakterien, die an den Pflanzen und Tieren vorkommen, dafür verantwortlich sind, dass das kindliche Immunsystem eine Toleranz entwickelt", fügt Dr. Albring hinzu. „Allerdings sollten schwangere Frauen nun nicht den Kontakt mit Stalltieren suchen, oder aber frische Rohmilch zu sich nehmen. In beiden Fällen könnten sie sich mit krankmachenden Bakterien wie z.B. Listerien anstecken, die schwerwiegende Infektionen beim Neugeborenen hervorrufen können. Gegen wiederholte Aufenthalte auf einem Bauernhof bestehen jedoch keinerlei Einwände."



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