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02.09.2008

Fruchtbarkeitsbehandlung: Kaffee und Zigaretten verringern Chance auf Schwangerschaft

Genussgifte erschweren es schwanger zu werdenNiederländische Forscher der Radboud University in Nijmegan analysierten die Ergebnisse von 9000 Frauen, die zwischen 1985 und 1995 mit Hilfe einer künstlichen Befruchtung versucht hatten schwanger zu werden. Hintergrund der Untersuchung war es, bestimmte Faktoren oder Lebensumstände zu identifizieren, die sich negativ auf den Erfolg einer künstlichen Befruchtung auswirken. Um diese Zusammenhänge zu klären, verwendeten die Wissenschaftler Fragebögen, um von den Studienteilnehmerinnen Auskünfte zu deren Lebensgewohnheiten zu erhalten. Die Forscher stellten ihre Studienergebnisse auf der Konferenz der europäischen Gesellschaft für menschliche Reproduktion und Embryologie in Barcelona vor. Die vorgestellten Ergebnisse, beziehen sich ausschließlich auf Frauen, die Fruchtbarkeitsprobleme haben und ihre Chancen einer Schwangerschaft künstlich steigern wollten. Normalerweise werden rund 15 Prozent der Frauen nach Fruchtbarkeitsbehandlungen schwanger.

Die niederländische Forschergruppe fand heraus, dass 16% der Frauen schwanger wurden - etwa die Hälfte davon erst nach der Dauer eines halben Jahres. Dabei wurde deutlich, dass dreimal in der Woche Alkohol- oder Kaffeekonsum die Chancen schwanger zu werden beeinträchtigten. Allerdings beeinträchtigten das Rauchen von mehr als einer Zigarette am Tag und übergewichtig zu sein, die Fruchtbarkeit noch stärker.

Auf Basis dieser Untersuchung geht das niederländische Studienteam davon aus, dass eine 36 Jahre alte Frau, die raucht, zu viel Alkohol und Kaffee trinkt und zusätzlich auch noch übergewichtig ist, nach drei Zyklen der Fruchtbarkeitsbehandlung eine Chance von 5 % hat, auf natürliche Weise schwanger zu werden. Wenn sie Normalgewicht hat, nicht raucht und nicht übermäßig viel Kaffee und Alkohol trinkt, würden ihre Chancen immerhin bei rund 15 % liegen.

Dr. Bea Linsten, die die Forschung leitete, erklärte auf der Konferenz, dass die Patienten vorher darüber aufgeklärt werden müssen, inwieweit sie ihre Chancen einer natürlichen Schwangerschaft erhöhen können. „Wir müssen unsere Patienten stets daran erinnern, dass sie eventuell ihre Chancen einer natürlichen Schwangerschaft nach einer Fruchtbarkeitsbehandlung mit einem gesunden Lebensstil stark beeinflussen können."

Einige Experten warnen vor voreiligen Schlussfolgerungen aus den aktuellen Studienergebnissen. So beispielsweise Fiona Ford vom Center für Schwangerschaft und Ernährung. Sie kommentiert: „Obwohl die Resultate der Studie sehr überzeugend klingen, gibt es da offensichtlich Grenzen." Eine Gruppe der Patientinnen, die sich der Behandlung unterzogen, hatten trotz gesunder Lebensweise Probleme schwanger zu werden. Weiter erwähnt sie frühere Studien, die belegen, dass es keine überzeugenden Belege gibt, die die Behauptung, dass Kaffee mit einer verzögerten Empfängnis in Verbindung steht, stützen.

 

 

 



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