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19.08.2008

Herpes-Infektion konnte erstmals genau dokumentiert werden

Deutschen Wissenschaftlern ist es gelungen, die genauen Vorgänge bei der Infektion einer Wirtszelle mit einem Herpes-simplex-Virus zu dokumentieren. Eine Forschergruppe vom Max-Planck-Institut für Biochemie und der Medizinischen Hochschule Hannover konnte mit Hilfe der so genannten Kryo-Elektronentomografie die Anheftungsvorgänge des Virus an der Plasmamembran der Wirtszelle sichtbar machen (PNAS 105 [2008] 10559-10564). Die schockgefrorenen Zellen werden dabei bei etwa minus 180° Celsius im Elektronenmikroskop betrachtet und aufgenommen.

Mit Hilfe einer Vielzahl von Einzelbildern konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das Virus mit der Außenhülle, der Plasmamembran, der Zelle verschmilzt und schließlich seinen Inhalt, die Erbinformation (u.a. DNA), in die Wirtszelle freisetzt. Dieser Vorgang führt letztlich dazu, dass körpereigene Zellen die virale DNA vermehren und sie sich dauerhaft im Körper festsetzen kann. Den Wissenschaftlern gelangen dabei Aufnahmen von bislang unerreichter Auflösung.

Herpesviren verbleiben nach einer Infektion lebenslang im Körper, weswegen die Krankheit immer wieder neu ausbrechen kann - meist dann, wenn das Immunsystem angeschlagen ist. Mit diesen überaus anschaulichen Erkenntnissen zur Herpes-Infektion, hoffen die Forscher eine Grundlage für die Entwicklung neuer Medikamente gegen die Virus-Infektion gelegt zu haben.


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