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19.06.2008

Das Hepatitis ABC – Vorkommen, Risiken und Schutzmöglichkeiten

Alle Hepatitis-Viren lösen Entzündungen in der Leber aus. Typisches Symptom der akuten  Erkrankung durch Hepatitis-Viren ist eine Gelbsucht, bei der sich Haut und Bindehäute gelblich verfärben. Dabei kann der Gallenfarbstoff Bilirubin von der entzündeten Leber nicht mehr vollständig ausgeschieden werden. Weitere Krankheitszeichen sind dunkelbrauner Urin und heller bis weißlicher Stuhl, Juckreiz, Übelkeit, Schwäche und Fieber. Insbesondere bei einer Infektion mit Hepatitis-B- und -C-Viren kann die Entzündung chronisch werden. Beide Infektionen verlaufen häufig auch chronisch ohne das akute Stadium mit der typischen Gelbsucht.

Reisegelbsucht durch verseuchte Lebensmittel
Infektionen mit Hepatitis-A-Viren kommen weltweit am häufigsten vor: Man schätzt, dass sich jährlich mehrere 10 Millionen Menschen damit anstecken. Schwere Erkrankungen treten vor allem bei Erwachsenen auf und enden in 1 bis 2% der Fälle tödlich. Die Erreger werden über den Darm ausgeschieden und durch verunreinigtes Wasser und Essen, hier vor allem Meeresfrüchte, übertragen. Die Erkrankung wird auch „Reisegelbsucht" genannt, da sich Urlauber immer wieder bei Reisen in die Tropen aber auch nach Osteuropa oder in Mittelmeerländer wie die Türkei, Griechenland, Ägypten oder Tunesien anstecken.

Im Unterschied dazu werden Hepatitis B und -C durch Körperflüssigkeiten weitergegeben, wie z. B. Kontakt mit infiziertem Blut. So können die Viren bei Transfusionen von nicht getestetem Blut, durch gebrauchte Spritzen und Nadeln, Piercing und Tätowierung unter unsterilen Bedingungen oder bei gemeinsamer Benutzung von Toilettenartikeln wie Scheren oder Rasiermesser verbreitet werden. Vor allem Hepatitis B wird zudem während ungeschützter Sexualkontakte übertragen sowie von der Mutter auf das ungeborene Kind bzw. während der Geburt weitergegeben. Beide Erkrankungen können chronisch verlaufen und zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen. Hepatitis B ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Vor allem in Zentral- und Südafrika, Südostasien und Südamerika finden sich besonders hohe Infektionsraten. Zwischen 300 und 420 Millionen Menschen tragen den Hepatitis-B-Virus chronisch in sich. Pro Jahr sterben etwa eine Million Menschen infolge von Hepatitis-B-bedingter Leberzirrhose oder Krebs. In Deutschland infizieren sich schätzungsweise 5-8% der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens mit dem Hepatitis-B-Virus.

Auch die Erreger von Hepatitis D kommen weltweit vor. Sie werden ebenfalls über Blut, ungeschützten Geschlechtsverkehr oder in seltenen Fällen während der Geburt übertragen. Allerdings können nur Menschen mit Hepatitis D infiziert werden, bei denen eine chronische Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus vorliegt. Hepatitis-E-Viren werden ähnlich wie Hepatitis A durch mit Fäkalien verunreinigtes Wasser oder Nahrung weiter gegeben. Eine Hepatitis E verläuft nicht chronisch, kann aber bei Schwangeren sehr schwere Verläufe und Todesfälle hervorrufen.

Impfung schützt vor Hepatitis-Infektion
Gegen Hepatitis A und B stehen hochwirksame Impfungen zur Verfügung. Eine Grundimmunsierung mit einem Kombinationsimpfstoff besteht aus 3 Impfungen innerhalb von 6 bis 12 Monaten und schützt vor einer Infektion mit Hepatitis-A und -B.  Durch den Schutz vor Hepatitis-B ist der Impfstoff auch gegen Hepatitis-D-Viren wirksam.

Impfungen gegen Hepatitis C und E befinden sich dagegen erst in der Entwicklung. Zum Schutz vor Hepatitis-C und -E sollte man vor allem in Risikogebieten deshalb ungeschützte Sexualkontakte sowie Kontakt mit Blut und Blut-kontaminierten Gegenständen vermeiden und nur gekochte Nahrung und abgepacktes Wasser zu sich nehmen.

Weiter Informationen zu Reiseimpfungen und welche Krankenkasse diese Schutzmöglichkeiten bezahlt, finden Sie unter http://www.internisten-im-netz.de .



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