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01.01.2010

Gebärmutterhals offenbar für Wehenschmerzen verantwortlich

Schwedische Forscher der Medizinischen Universität des Karolinska Instituts kommen zu der Ansicht, wonach Wehenschmerzen bei der Geburt nicht vom Gebärmutterkörper (Uterus) sondern vom Gebärmutterhals (Cervix) ausgehen. Grundlage dieser Hypothese sind Untersuchungen von Berith Karlsson Tingaker, an Gewebeproben dieser Organe bei Schwangeren und nicht-schwangeren Frauen sowie bei entbindenden Müttern. Die Wissenschaftler untersuchten in der Studie den Uterus und die Zervix auf deren Versorgung mit Nerven und zogen darüber Rückschlüsse auf die Schmerzempfindlichkeit des Gewebes. „Geburtswehen werden vom Großteil der Frauen als äußerst heftige Schmerzen empfunden. Besonders die letzten so genannten Eröffnungswehen können so stark werden, dass sie oft nur unter Schreien ertragen werden. Wehenschmerzen werden den stärksten Schmerzen überhaupt zugeordnet", erläutert Dr. Christian Albring, der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V. (BVF) den Hintergrund der Studie. „Bisher konnte jedoch noch nicht genau ermittelt werden, von wo die Schmerzen ausgehen, die letztlich die Geburt einleiten. Ein Erklärungsansatz war, dass die so genannte Blutstase, auch Blutleere, der Gebärmutter während der Wehe für die Schmerzen verantwortlich ist."

Die Gewebeproben stammten zum einen von Frauen, die kein Kind erwarteten, denen aber die Gebärmutter entfernt werden musste. Zum anderen wurde Untersuchungsmaterial von schwangeren Frauen analysiert, die Ihr Baby kurz vor dem regulären Entbindungstermin mit Hilfe eines Kaiserschnitts zur Welt brachten sowie von Frauen, bei denen ein Notkaiserschnitt während der Geburt durchgeführt wurde.

In der Analyse wurde deutlich, dass sich die Empfindlichkeit des Gebärmutterkörpers bei schwangeren und nicht-schwangeren Frauen erheblich unterscheidet. Während bei Frauen, die keine Kinder erwarten der komplette Gebärmutterkörper sowie der Gebärmutterhals sensibel waren, verschwand diese Empfindlichkeit bei schwangern Frauen. Die Zervix verblieb jedoch weiterhin schmerzempfindlich. Bei Frauen, die in den Wehen lagen und entbunden, konnten wesentlich mehr Nervenadern und Faktoren, die für deren Wachstum verantwortlich sind, im Zervix-Gewebe nachgewiesen werden.

„ Die Ergebnisse dieser Studie eröffnen neue Möglichkeiten für die Entwicklung von einfachen aber wirksamen Methoden, um Geburtsschmerzen besser zu behandeln. Solche Maßnahmen könnten sich in Zukunft auf den Gebärmutterhals konzentrieren und wären vermutlich wesentlich überschaubarer als gängige Betäubungsverfahren über das Rückenmark", kommentiert Dr. Albring.



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