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21.05.2008

Herpesbehandlung senkt HIV-Infektionsrisiko nicht

Erhalten Personen, die mit dem sexuell übertragbaren Herpes simplex Virus vom Typ 2 infiziert sind, ein gegen diesen Erreger wirksames, antivirales Medikament, sinkt das Ansteckungsrisiko der Betroffenen für HIV dadurch nicht. Mit diesem Ergebnis einer in Tansania durchgeführten Studie wurden Hoffnungen von Experten enttäuscht, mit einer effektiven Behandlung der in vielen Ländern weit verbreiteten Herpesinfektion die Ausbreitung des HI-Virus bremsen zu können. Genitale Herpes simplex Infektionen vom Typ 2 können das Infektionsrisiko für HIV um bis zu 69 % erhöhen.

Experten vermuten, dass in Tansania 74 % der HIV-Neuinfektionen bei Männern, 22 % derjenigen bei Frauen und 63 % der Neuinfektionen von Mitarbeitern in Bars oder Hotels auf eine bereits bestehende Herpesinfektion zurückzuführen sind. Angestellte in Hotels bieten den Gästen dort häufig Sex gegen Bezahlung an. In Deutschland erfolgt vermutlich jede 5. HIV-Infektion im Zusammenhang mit einer bestehenden Herpesinfektion. Grund für das erhöhte HIV-Infektionsrisiko ist eine Erhöhung der CD4-Zellen in der Schleimhaut von Herpespatienten. CD4-Zellen gehören zu den wichtigsten Angriffzielen des HI-Virus.

An der Studie nahmen 659 Frauen im Alter zwischen 16 und 35 Jahren teil, die zweimal täglich Tabletten mit dem Wirkstoff Aciclovir einnahmen. Aciclovir ist ein Arzneistoff, der die Vermehrung von Herpesviren unterbindet. Leider konnte das HIV-Infektionsrisiko der Teilnehmerinnen durch diese Behandlung nicht gesenkt werden.

Allerdings konnte eine andere Studie, die im Frühjahr 2007 veröffentlicht wurde, nachweisen, dass sich eine effektive Behandlung von Herpesviren günstig auf die genitale HI-Viruslast der betroffenen Frauen auswirken kann.

Quelle: Reuters

Mehr Informationen zu HIV und AIDS auch unter: www.hiv-info.de.



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