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14.01.2009

Falsche Medikamenteneinnahme kann unerwünschte Wirkung nach sich ziehen

Nach Schätzungen von Apothekern nehmen 40% der Patienten und Patientinnen ihre verordneten Medikamente nicht richtig ein. Entweder werden sie zum falschen Zeitpunkt eingenommen, in falscher Dosierung, gar nicht oder in Kombination mit ungeeigneten Getränken. Eine fehlerhafte Einnahme birgt grundsätzlich zwei Gefahren: Entweder wirken die Arzneien nicht wie vorgesehen oder das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen steigt. Eine Fehlerquelle besteht bereits in der Wahl der Flüssigkeit, mit der die Medikamente geschluckt werden. Nachfolgende Hinweise sollten dabei Beachtung finden:

  • Keine Fruchtsäfte zum „Runterspülen"verwenden
    Fruchtsäfte enthalten meist Säuren, die mit den Wirkstoffen interagieren und diese beeinträchtigen können (z.B. Antibiotika)
  • Milch ist ungünstig
    Manche Medikamente bilden mit den Kalziumbestandteilen der Milch unlösliche Komplexe (z.B. bestimmte Tetracycline)
  • Kaffee und Alkohol nicht mit Medikamenten kombinieren
    Medikamente sollten nicht zusammen mit größeren Mengen koffeinhaltiger Getränke oder Alkohol eingenommen werden. Koffein verstärkt nämlich die Wirkung vieler Wirkstoffe, während Alkohol zu stärkeren Nebenwirkungen der Arzneimittel führen kann. Koffein ist vor allem in Kaffee, Tee oder Cola enthalten. Es hat verschiedene Wirkung auf den menschlichen Körper: Es regt vor allem die Herztätigkeit und die Psyche an und hat blutdruckerhöhende und entwässernde Wirkung. Gleichzeitig verstärkt es die Wirkung anderer anregender Mittel und schwächt die Wirkung beruhigender Wirkstoffe ab. So können Patienten unter Herzklopfen und Unruhe leiden, wenn sie das Schilddrüsenhormon Thyroxin oder bestimmte Asthmamittel zusammen mit Koffein einnehmen. Manche Antibiotika und die Antibabypille verzögern den Abbau des Koffeins im Körper. Außerdem können die Gerbstoffe in Kaffee und Schwarztee die Aufnahme von Eisen aus Vitaminpräparaten behindern. Alkohol dagegen kann vor allem die Nebenwirkungen bestimmter Medikamente verstärken. Vor allem bei gleichzeitiger Einnahme mit Antibiotika kann es zu schwereren Nebenwirkungen kommen.
  • Grapefruits können die Wirkung von Medikamenten stark erhöhen
    Patienten, die Cholesterin senkende Medikamente einnehmen, sollten auf den Verzehr von Grapefruits und grapefruithaltigen Speisen und Getränken verzichten. Die Früchte können die Wirkung dieser Medikamente und auch deren Nebenwirkungen deutlich erhöhen - im Extremfall um das Zehnfache. Auch bei anderen Medikamenten sind stärkere Wirkungen möglich. Ursache dafür sind so genannte Furanocumarine, die verhindern, dass ein Teil der Medikamente im Darm verdaut wird. Dadurch nimmt der Mensch deutlich mehr Wirkstoffe auf als ursprünglich vorgesehen.
  • Eisenhaltige Mittel nicht mit Kaffee, Tee oder Pektinen einnehmen
    In dieser Kombination kann das Eisen im Darm feste chemische Verbindungen eingehen, die vom Körper nicht verwendet werden können. Pektine finden sich als Eindickungsmittel in Marmeladen, Pudding und Eis.

Medikamente sollten am besten immer mit ausreichend Wasser eingenommen werden. Je mehr Flüssigkeit, umso günstiger die Aufnahme, weil sich das Medikament besser löst und sich schneller verteilt. Das Nachtrinken ist aber auch aus einem anderen Grund besonders wichtig: Wird ein Medikament trocken geschluckt, kann es in der Speiseröhre eine Weile stecken bleiben und die Schleimhaut verätzen. Damit Tabletten besser in den Magen transportiert werden, sollten sie auch nicht im Liegen eingenommen werden. Je nach Art des Medikamentes sollte man anhand der Gebrauchanweisung klären, ob es im nüchternen Zustand oder während bzw. nach einer Mahlzeit einnehmen sollte.

Dabei wird die Empfehlung, ein Mittel „vor dem Essen" oder „auf nüchternen Magen" zu nehmen, oft falsch interpretiert: Gemeint ist nämlich nicht die Einnahme unmittelbar vor der Suppe, sondern 30 bis 60 Minuten vor der Mahlzeit. Alle Medikamente, die schnell und konzentriert wirken müssen, zum Beispiel Antibiotika oder Schmerzmittel, sollten auf diese Weise schon frühzeitig vor der nächsten Mahlzeit eingenommen werden. Eine sofortige Wirkung ist freilich auch dann nicht zu erwarten. Auch Flüssigkeiten und gelöste Stoffe brauchen 15 bis 30 Minuten, bis sie aus dem Magen in den Darm gelangen, von wo aus sie in die Blutbahn übergehen.



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