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28.03.2008

Neuer Test bei Babys deckt mütterlichen Alkoholkonsum während Schwangerschaft auf

Eine neue Diagnosetechnik könnte künftig dazu beitragen, dass Schädigungen bei Neugeborenen, die durch Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft entstanden sind, frühzeitig diagnostiziert werden. Zu dieser Erkenntnis gelangten US-amerikanische Wissenschaftler um Jennifer Peterson, welche die Ergebnisse ihrer Untersuchung im Fachmagazin „The Journal of Pediatrics" veröffentlich haben. „Mit Hilfe dieses neuen Verfahrens könnte es in Zukunft möglich sein, dass Folgeschäden des Alkoholkonsums bei Kindern früher erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können. Grundsätzlich können derartige Schäden - etwa durch eine Verhaltenstherapie - abgemildert werden. Völlig beheben lassen sie sich leider jedoch nicht mehr", mahnt Dr. König, zweiter Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V. (BVF).

In der Studie untersuchten die Forscher 216 Neugeborene und deren Mütter, die im Verlauf der Schwangerschaft Alkohol und Drogen zu sich genommen hatten. Das Ausmaß des Alkoholkonsums wurde mit Hilfe eines Fragebogens und Urin-Untersuchungen der werdenden Mütter ermittelt. Bei den Neugeborenen wurde analysiert, inwieweit deren erste Darmausscheidungen (Mekonium) Abbauprodukte aus dem Alkoholstoffwechsel, so genannte Fettsäureethylester (FAEE), enthielten. Zudem wurden die Kinder im Alter von einem und zwei Jahren erneut untersucht, um deren mentale und psychomotorische Entwicklung zu beurteilen.

Es zeigte sich, dass Kinder, die nach der Geburt hohe Werte an Alkohol-Abbauprodukten in den Ausscheidungen hatten, eine verringerte mentale und psychomotorische Entwicklung aufwiesen. Die Studienautoren kommen somit zu dem Schluss, das sich das neue Testverfahren grundsätzlich dazu eignet, einzuschätzen, inwieweit ein Ungeborenes im Mutterleib Alkohol ausgesetzt war und daher Risiken für eine beeinträchtige Entwicklung hat.

„Wird ein Embryo oder Fetus während seiner Entwicklung im Mutterleib Alkohol und seinen Abbauprodukten ausgesetzt, wird er in der Regel nicht nur in seiner aktuellen Entwicklung gehemmt, sondern erfährt in Abhängigkeit seines Reifestadiums und der Alkoholdosis weitere körperliche und kognitive Entwicklungsschädigungen. Diese Beeinträchtigungen, die erst nach der Geburt diagnostiziert werden, fasst man unter dem Begriff fötales Alkoholsyndrom (FAS) zusammen", erklärt Dr. König. „Ein Alkoholverzicht in der Schwangerschaft sollte eine Selbstverständlichkeit sein, denn Drogenkonsum gefährdet grundsätzlich die Gesundheit des Kindes."

Im ersten Schwangerschaftsdrittel sind infolge Alkoholkonsums tief greifende Minderentwicklungen von Kopf und Gehirn des Ungeborenen zu erwarten. Gesichtsfehlbildungen und eine Unterentwicklung der inneren Organe sind die häufigsten Schädigungen. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel besteht die größte Gefahr einer Fehlgeburt. Im letzten Schwangerschaftsdrittel droht vor allem eine verlangsamte körperliche Entwicklung.



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