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14.03.2008

Bei Lippenherpes ist gute Sexualhygiene wichtig

Bei mangelnder Hygiene und Unachtsamkeit können Viren von Herpesbläschen am Mund auf den Genitalbereich übertragen werden und dort zu Erkrankungen führen. „Die Übertragung des Herpes-simplex-Virus (HSV) erfolgt dabei durch Schmierinfektion, also beispielsweise durch ungewaschene Hände oder auch oralen Geschlechtsverkehr", erklärt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). „Der so genannte Herpes genitalis gehört zu den häufigen durch Viren verursachten Infektionen im Schambereich. Doch die meisten Menschen wissen nicht, dass sie die Erkrankung auch durch die Lippenbläschen bekommen können."

Das HSV ist dazu fähig, sich über kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut in Körperzellen einzunisten und sich dort zu vermehren. Dabei nutzt es das menschliche Zellmaterial, wobei die Zelle zerstört wird. Diese Zerstörung der Zelle verursacht die charakteristischen Anzeichen der Herpes-Infektion: Bläschen, Juckreiz und Schmerzen. Neben dem Befall der Zellen am Infektionsherd dringt das Virus auch in Nervenfasern ein. Dort kann es sich dauerhaft einnisten und immer wieder aktiviert werden. So wie die Lippenbläschen regelmäßig auftreten, bricht die Krankheit auch im Genitalbereich im Durchschnitt vier- bis sechsmal jährlich aus. Insbesondere dann, wenn das Immunsystem durch andere Erkrankungen wie etwa Erkältungen geschwächt ist oder auch, wenn die Menstruation einsetzt.

„Wenn ein Partner an Herpes genitalis leidet, sollte besonders auf die Sexualhygiene geachtet werden. Da Kondome nicht den ganzen Genitalbereich abdecken, sind sie nur ein bedingter Schutz. Bei akuten Bläschen an den Lippen sollte auf jeden Fall auf Oralverkehr verzichtet werden", warnt Albring. „Bei ersten Krankheitszeichen, wie brennenden Schmerzen, Juckreiz oder Bläschenbildung im Genitalbereich, möglicherweise begleitet von Fieber, Kopfschmerzen und Krankheitsgefühl, sollte unbedingt sofort ein Frauenarzt aufgesucht werden. Bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung können die akuten Beschwerden schnell gelindert, und gleichzeitig das Risiko für ein häufiges Wiederauftreten der Erkrankung verringert werden", so der Gynäkologe weiter.



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