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29.05.2008 Alltagsstress erschwert Überwindung einer Infektion mit Humanen Papillomviren
An der Untersuchung haben insgesamt 102 Frauen teilgenommen. Von ihnen hatten 74 Zellveränderungen am Gebärmutterhals, die Vorstufen für eine Krebserkrankung am Gebärmutterhals darstellen können, die anderen Frauen waren gesund. Um den Zusammenhang zwischen der Immunantwort auf HP-Viren und Stress zu klären, wurden von den Frauen Blutproben entnommen. Exemplarisch wurde im Blut die Immunreaktion von T-Zellen - einem bestimmten Typ von Immunzellen - auf den HP-Virentyp 16 überprüft. Der HPV-Typ 16 gehört zu denjenigen Virentypen - so genannten Hoch-Risiko-Typen -, die Krebs auslösen können. Zusätzlich wurden bei den Frauen veränderte Zellen vom Gebärmutterhals mit Hilfe eines DNA-Tests auf das Vorkommen von HP-Viren untersucht und die Virentypen bestimmt. Überaschenderweise zeigte sich kein Zusammenhang zwischen großen belastenden Ereignissen in vergangenen Monaten auf eine verminderte Immunreaktion. Wohl aber zwischen dem gefühltem Stress innerhalb des vergangenen Monats und einer deutlich verminderten Immunreaktion gegen das HP-16-Virus. Dass kein Zusammenhang zwischen den schwerwiegenden belastenden Ereignissen und einer verringerten Immunantwort auftrat, ist möglicherweise darin begründet, dass zu viel Zeit zwischen der Stress-Situation und der Blutentnahme vergangen war, so eine Vermutung der Forscher. Die Verbindung zwischen empfundenem Stress und einer schwachen Immunreaktion war hingegen sehr ausgeprägt. „Aus dem Studienergebnis lässt sich ableiten, dass Frauen, die sich subjektiv gestresst fühlen und eine HPV-Infektion mit krebserregenden Virentypen haben, ein größeres Risiko für eine spätere Krebserkrankung am Gebärmutterhals haben" führt Dr. König aus. „An diese Untersuchung sollten weitere Studien anknüpfen, um den Zusammenhang von psychosozialen Faktoren auf die Immunantwort und eine Infektion mit HP-Viren genauer zu klären. Wir empfehlen schon jetzt Frauen, mit Auffälligkeiten am Gebärmutterhals, soweit möglich Stress zu vermeiden und auch das Rauchen einzustellen, um das Immunsystem zu entlasten. Die derzeit beste Möglichkeit, um sich vor Gebärmutterhalskrebs zu schützen ist die Kombination aus einer regelmäßigen Teilnahme an der Krebsfrüherkennung und einer rechtzeitigen Impfung gegen HP-Viren", rät der Gynäkologe. Weitere Meldungen zum Thema:
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