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27.02.2008

Gebärmutterhalskrebs: 80 % aller Betroffenen versäumen jährliche Vorsorge- untersuchung

Eine aktuelle Studie aus Mecklenburg-Vorpommern bestätigt die Wichtigkeit der jährlichen Krebsvorsorge bei Frauen. Über einen Zeitraum von 10 Jahren wurden seit 1997 jährlich etwa 400.000 Frauen untersucht und dabei mehr als 4 Millionen Befunde ausgewertet. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte aller Frauen mit einem fortgeschrittenen Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) hatten in den letzten 5 Jahren vor Diagnosestellung keine gynäkologische Krebsvorsorge durchführen lassen. Weitere 30% waren nur unregelmäßig beim Frauenarzt gewesen. „Diese Fälle zeigen leider sehr drastisch, dass wir die Frauen unbedingt motivieren müssen, die angebotene Vorsorge wahrzunehmen. Der untersuchte Zeitraum liegt außerdem vor der Einführung der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs in Deutschland. Wenn es uns jetzt also gelingt, die Impfung flächendeckend zu etablieren und gleichzeitig mehr Frauen für die jährliche Vorsorge zu motivieren, dann können wir die Zahl der Erkrankungen in einem absehbaren Zeitraum deutlich senken. Und genau das muss unser Ziel sein", fordert Ulrich Freitag, niedergelassener Gynäkologe aus Wismar und Vorsitzender des Landesverbandes der Frauenärzte in Mecklenburg-Vorpommern. „Bei dieser Krebsvorsorge wird nicht nur ein Abstrich vom Gebärmutterhals genommen. Auch die Beurteilung der anderen inneren und äußeren Geschlechtsorgane, also des Gebärmutterkörpers, der Eierstöcke und der Vulva sind wichtiger Bestandteil der Krebsfrüherkennung. Und spätestens ab dem 30. Geburtstag ist auch die Brustkrrebsvorsorge wichtiger Bestandteil dieses Termins beim Frauenarzt", erläutert Freitag. Das Zervixkarzinom ist weltweit die zweithäufigste Krebs-Todesursache bei Frauen. Nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) erkranken in Deutschland jährlich 6.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, etwa 2.000 sterben daran. Pro Jahr werden hierzulande 150.000 Krebsvorstufen operiert.

Impfung und Krebsfrüherkennung bieten besten Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

Wer sich rechtzeitig gegen Gebärmutterhalskrebs impfen lässt und auch die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt wahrnimmt, hat den besten Schutz, um diese potenziell tödliche Erkrankung zu verhindern. Daher rät der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) allen Frauen dringend zur Kombination dieser Präventionsleistungen. „Die Impfung gegen die so genannten Humanen Papillom Viren - kurz HPV, bietet Frauen erstmals die Möglichkeit, einer Ansteckung mit diesen gefährlichen Erregern vorzubeugen, die für einen Großteil aller Krebserkrankungen am Gebärmutterhals (Zervix) verantwortlich sind. Wer jedes Jahr auch zur Krebsfrüherkennung zu seinem Frauenarzt geht, der hat eine fast 100%ige Chance, nicht an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Dieses System der Prävention, das so nur in Deutschland angeboten wird, sollten wir daher unbedingt nutzen, um diese Krankheit in Zukunft aus den Frauenarztpraxen zu verbannen", appelliert Dr. Christian Albring, niedergelassener Gynäkologe aus Hannover und Präsident des BVF.

Im Gegensatz zu Deutschland wird die jährliche Krebsvorsorge in vielen anderen Ländern Europas nicht angeboten. „Das Problem hierzulande ist, dass leider nur etwa die Hälfte aller Frauen in Deutschland zur jährlichen Vorsorge kommt. Unser Ziel ist es, diese sehr wichtige Untersuchung, die von den Krankenkassen erstattet wird, im Kalender aller Frauen ab dem 20. Geburtstag fest zu etablieren. Deshalb bieten viele gynäkologische Praxen Erinnerungssysteme an, die auch auf die weiteren Impftermine hinweisen und sowohl in herkömmlicher Form per Telefon oder Anschreiben als auch online als so genanntes „Recall-E-Mail" abgerufen werden können", so Albring weiter.

Unter www.frauenaerzte-im-netz.de finden Sie unter der Rubrik "HPV-Impfung" das E-Mail-Recall. Hier können Sie sich an Ihre HPV-Impftermine per E-Mail erinnern lassen.


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