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01.02.2008

Studie: Pille schützt langfristig vor Eierstockkrebs

Hormonelle Empfängnisverhütungsmittel (Pille) bewirken einen Langzeitschutz vor Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom), wenn sie über mehrere Jahre eingenommen werden. Dies ist das Fazit einer britischen Untersuchung der Collaborative Group an Epidemiological Studies of Ovarian Cancer, die aktuell im Fachmagazin „Lancet" veröffentlicht wurde. „Der Zusammenhang zwischen der Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln und einem reduzierten Eierstockkrebs-Risiko ist schon länger bekannt. Diese Studie stellt aber die bisher umfangreichste Datenauswertung zu diesem Thema dar und ist daher besonders aussagekräftig", kommentiert Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V. (BVF).

Wissenschaftler um Professor Valerie Beral von der Oxford Universität schlossen in ihrer Meta-Analyse die Daten von 45 Studien aus 21 Ländern mit über 110.000 Teilnehmerinnen ein. Von diesen Frauen hatten 23.257 eine Krebserkrankung am Eierstock; 69% von ihnen hatten die Pille im Schnitt über 4,4 Jahre eingenommen. Die Kontrollgruppe mit Frauen ohne Ovarialkarzinom umfasste 87.303 Teilnehmerinnen, von denen 63% im Mittel fünf Jahre hormonell verhütet hatten.
In der Analyse wurde deutlich, dass sich das Risiko für Eierstockkrebs umso stärker verringert, je länger die Pillenanwendung erfolgt. Daneben wurde deutlich, dass die Risikoverminderung mit zunehmendem Abstand zum Absetzen der Pille nur langsam wieder sinkt. Pro fünf Jahre Pillenanwendung verringerte sich das Risiko für Eierstockkrebs um 29%, wenn das Verhütungsmittel vor weniger als 10 Jahren abgesetzt wurde. Liegt die letzte Anwendung zwischen 10 bis 19 Jahren zurück, beträgt die Risikoverminderung 19%. Frauen, die zuletzt vor 20 bis 29 Jahren mit der Pille verhütet haben, weisen eine Risikoreduktion von immer noch 15% pro fünf Jahre Pillenanwendung auf. Es spielt dabei keine Rolle, welche Mengen an Östrogen in den Verhütungsmitteln enthalten waren.

„Das sind äußerst erfreuliche Ergebnisse für die vielen Patientinnen, die auf diese sicherste Verhütungsmethode zurückgreifen", meint Dr. Albring. „Von einer rezeptfreien Abgabe der Pille - wie es im zughörigen Leitartikel des „Lancet" zu lesen ist - halte ich allerdings nichts. Die „Pille" muss ein rezeptpflichtiges Arzneimittel bleiben, weil gewisse Risiken wie beispielsweise Thrombosen mit der Anwendung verbunden sind und sie daher unter Beachtung von Gegenanzeigen verschrieben werden muss", fügt der Gynäkologe hinzu. „Der behandelnde Arzt muss zudem regelmäßig die Verträglichkeit und die Nebenwirkungen bei Patientinnen beurteilen, die individuell recht unterschiedlich ausfallen können."



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