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14.01.2008 Sexualstörungen sind keinesfalls nur Männersache
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können auf Erkrankungen im Genitalbereich oder Unterbauch zurückzuführen sein wie Entzündungen, Verwachsungen nach Operationen, einem Gebärmuttervorfall oder Zysten der Eierstöcke. Allergien können ein unangenehmes Brennen in der Scheide verursachen. „Hier hilft oft die Umstellung auf Kondome eines anderen Herstellers", fügt der Gynäkologe hinzu. Daneben kann Hormonmangel und eine dadurch bedingte Trockenheit der Scheide der Auslöser für Schmerzen beim Sex sein. „In diesem Fall kann eine Hormontherapie Abhilfe schaffen, um den Östrogenmangel wieder auszugleichen", ergänzt der Dr. Harlfinger. Auch Störungen des sexuellen Verlangens oder der Erregbarkeit können kurzfristig oder über einen längeren Zeitraum auftreten. „Die weibliche Libido ist ebenso wie die Orgasmusfähigkeit störanfällig, denn sie ist ganz individuell ausgeprägt und unterliegt unterschiedlichen Lebenssituationen und Lebensphasen. So verändert sich das sexuelle Verlangen beispielsweise im Verlauf des Zyklus oder während der Schwangerschaft, Stillzeit oder in den Wechseljahren", erläutert der Frauenarzt. Für einige Frauen können Liebe, Sex und Zärtlichkeit eine psychische Belastung darstellen. Durch Angst vor Nähe kann es dann zu einer unwillkürlichen Anspannung des Unterleibs kommen, wodurch das Eindringen des Penis schmerzhaft und kaum möglich wird. Man spricht in so einem Fall von Vaginismus. „Dabei handelt es sich um eine Art psychischen Abwehrreflex, der beispielsweise auf unbewältigte Konflikte in der Partnerschaft oder eine bestehende Sexualangst zurückgeht. Am ehesten tritt diese Störung bei Frauen auf, die negative Erfahrungen mit Sexualität gemacht haben oder Schwierigkeiten im Umgang mit Sexualität haben", erklärt Dr. Harlfinger. „Bei Vaginismus ist es nicht selten, dass auch der Partner eine sexuelle Störung entwickelt. So leiden Männer von Vaginismus-Patientinnen häufig selbst an Erektionsstörungen." Frauenärzte sind die ersten Ansprechpartner bei Sexualstörungen. Gynäkologen können mit entsprechenden Untersuchungen abklären, ob körperliche Erkrankungen als Grund für die gestörte Sexualität vorliegen oder ob die hormonelle Situation - beispielsweise die Wechseljahre - dafür verantwortlich sind. „Das weitere Vorgehen richtet sich nach der Art der Störung und der Bereitschaft der Patientin, selbst zu einer Veränderung beizutragen. Erst wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen werden können, bietet sich zur weiteren Behandlung eine Psychotherapie an. In manchen Fällen kann auch eine Kombination aus beiden Behandlungsformen sinnvoll sein", erklärt der Mainzer Frauenarzt. Weitere Meldungen zum Thema:
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