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12.12.2007

Antiretrovirale Behandlung senkt HIV-Übertragungsrate beim Stillen

HIV-infizierte Frauen, die in der Stillzeit eine antiretrovirale Behandlung erhalten, übertragen in weniger als 1 % der Fälle den Erreger auf ihren Nachwuchs. Dies ist das Ergebnis von Studien, die in Tansania und Ruanda durchgeführt und von der International AIDS Society veröffentlicht wurden.

Ein Drittel aller HIV-Infektionen von Säuglingen erfolgen, wenn eine unbehandelte HIV-positive Mutter ihr Kind nach der Geburt stillt. Deshalb rät man den betroffenen Frauen normalerweise vom Stillen ab. Doch in Entwicklungsländern ist dieser Rat mit Nachteilen verbunden. Die Sterblichkeit ungestillter Säuglinge liegt in der dritten Welt deutlich über derjenigen ihrer gestillten Altersgenossen. Außerdem sind Milchersatzprodukte in einigen Regionen teuer oder nicht jederzeit verfügbar. Daher suchen Forscher intensiv nach Alternativen. Erst kürzlich hatte eine Studie Hinweise ergeben, dass insbesondere das Zufüttern anderer Nahrungsmittel das Übertragungsrisiko erhöht. Verzichten Mütter darauf, sinkt das HIV-Übertragungsrisiko beim Stillen auf 4 %.

Lange war unklar, ob eine antiretrovirale Behandlung die Viruslast der Muttermilch senken kann. Es kam in der Vergangenheit immer wieder vor, dass Mütter stillen wollten, aufgrund ihrer eigenen gesundheitlichen Verfassung aber antiretrovirale Medikamente einnehmen mussten. Erste Hinweise, dass dabei das HIV-Übertragungsrisiko beim Stillen gesenkt werden könnte, erhielten Experten, nachdem sie die Infektionsraten von den betroffenen Säuglingen ausgewertet hatten.

Bei der in Tansania durchgeführten Studie begannen die beteiligten Mütter spätestens in der 34. Schwangerschaftswoche eine antiretrovirale Behandlung. Nach der Entbindung setzten sie diese fort, um ihre Kinder stillen zu können. Es wurde ihnen geraten, nicht zuzufüttern und die Kinder abzustillen, sobald diese 6 Monate alt waren. Insgesamt wurden 5 % der 441 Säuglinge mit dem HI-Virus infiziert. Weniger als 1 % der Betroffenen wurde jedoch zwischen der 6. Lebenswoche und dem 6. Lebensmonat beim Stillen infiziert.

Ähnliche Erfolge verzeichneten die Wissenschaftler, die eine vergleichbare Studie in Ruanda durchgeführt hatten. Dort hatten die Mütter allerdings die Wahl zwischen einer Fortsetzung der antiretroviralen Behandlung nach der Entbindung, um stillen zu können, und dem Verzicht auf das Stillen zu Gunsten der Gabe von Milchersatzprodukten. Nur eine von 174 stillenden Müttern übertrug hier den Erreger auf ihr Kind. In diesem Fall vermuten die Ärzte allerdings, dass die Mutter ihre Medikamente nicht kontinuierlich eingenommen hat.

Eine Fortsetzung der antiretroviralen Behandlung der Mutter nach der Entbindung könnte den Studienergebnissen zu Folge in Entwicklungsländern Frauen das Stillen ermöglichen, ohne dass dies mit einem hohen Übertragungsrisiko für den Nachwuchs verbunden ist. Ein Restrisiko bleibt jedoch bestehen.

Mehr Informationen zum Thema HIV & Aids unter: www.hiv-info.de



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