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04.10.2007

Therapie senkt HIV-Übertragungsrisiko auch bei Zwillingsschwangerschaft

Im Rahmen einer Untersuchung werteten Forscher die Daten von Neugeborenen in Frankreich aus. 192 der bis 2004 erfassten 9262 HIV-positiven Schwangeren brachten Zwillinge zur Welt. Durch Einführung der antiretroviralen Therapie konnte das Risiko einer Übertragung des HI-Virus erheblich gesenkt werden, unabhängig davon, ob Schwangere Zwillinge oder nur ein Kind erwarteten. Unbehandelt haben werdende Mütter von Zwillingen jedoch ein höheres Risiko, den Erreger zumindest auf eines ihrer beiden Kinder zu übertragen. Dabei hat das erstgeborene Kind ein drei Mal so hohes Risiko HIV-positiv zur Welt zu kommen wie das Zweitgeborene.

Von 164 der 192 dokumentierten Zwillingsschwangerschaften lagen Informationen über den HIV-Status des Nachwuchses vor. 90,2 % der Mütter brachten zwei HIV-negative Kinder zur Welt. 12 Mütter (7,3 %) haben ein HIV-positives Erstgeborenes und HIV-negatives Zweitgeborenes entbunden. 2 Mütter brachten zuerst ein HIV-negatives Kind zur Welt, hatten aber ein HIV-positives Zweitgeborenes (1,2 %). Von zwei Müttern wurden beide Kinder nach der Geburt HIV-positiv getestet. Erstgeborene von Zwillingspaaren hatten im Vergleich zu Neugeborenen, die keine Zwillingsgeschwister hatten, ein höheres HIV-Infektionsrisiko. Während sich die Mehrzahl der HIV-positiven Erstgeborenen während der Geburt mit dem HI-Virus infizierte, erfolgte die Übertragung auf die Zweitgeborenen meist schon vor der Geburtsphase in der Gebärmutter.

Vor Einführung der antiretroviralen Behandlung infizierten HIV-positive Mütter, wenn sie mit Zwillingen schwanger waren, deutlich häufiger zumindest eines ihrer Kinder als Schwangere, die nur ein Kind erwarteten. Seit Einführung der antiretroviralen Behandlung ist das Übertragungsrisiko auch bei Zwillingsschwangerschaften deutlich gesunken und entspricht demjenigen von Schwangeren mit einem Baby.

Der Anteil der Zwillingsschwangerschaften hat im Beobachtungszeitraum zugenommen. Mehr als die Hälfte der Zwillinge kam vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Entbindungen vor der 33. Schwangerschaftswoche kamen bei Zwillingsschwangerschaften viermal häufiger vor als bei Schwangeren, die ein Kind zur Welt brachten. Ein Notfall-Kaiserschnitt musste bei Geburten von Zwillingen häufiger durchgeführt werden als bei Geburten von einem Säugling.

Die Forscher vermuten, dass das höhere Ansteckungsrisiko, insbesondere der Erstgeborenen bei Zwillingsschwangerschaften unter anderem auf Risse der Membranen vor der Geburt und Entbindungen vor dem Geburtstermin zurückzuführen ist. Ein Kaiserschnitt vor dem Einsetzen der Wehen kann gemeinsam mit der antiretroviralen Behandlung der HIV-positiven Mutter auch bei Zwillingsschwangerschaften das Ansteckungsrisiko für den Nachwuchs gering halten. Allerdings lassen sich Entbindungen per Kaiserschnitt bei Zwillingsschwangerschaften nicht sehr sicher im Voraus planen, da Zwillinge häufig zu früh zur Welt kommen. Um so wichtiger ist es für die betroffenen Schwangeren, dass es gelingt, durch eine antiretrovirale Behandlung ihre Viruslast unter die Nachweisgrenze zu senken.  

Mehr Informationen unter www.hiv-info.de



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