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23.08.2007

Raucherlunge trifft Frauen härter als Männer

Frauen mit einer Raucherlunge (der so genannten chronisch obstruktiven Lungenerkrankung oder COPD ) haben stärker unter den Beschwerden der Krankheit zu leiden als männliche COPD-Patienten. Davor warnen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) unter Berufung auf eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung, die an 1053 COPD-Patienten - darunter 38,8 % Frauen - in 17 US-Kliniken durchgeführt worden ist. „Eine COPD trifft Frauen offenbar härter als Männer, selbst wenn diese in etwa gleich viel geraucht und damit eine vergleichbare Raucherkarriere aufzuweisen haben", betont Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP. „Wie die Studie, die jetzt im Fachjournal American Journal of Respiratory and Critical Medicine veröffentlicht wurde, zeigt, leiden Frauen mit COPD häufiger und stärker unter Atemnot, weisen größere Lungenfunktionsverluste auf und sind körperlich weniger belastbar als Männer mit derselben Krankheit. Solche Patientinnen haben im Vergleich zu männlichen COPD-Patienten auch häufiger Depressionen und schneiden bei Tests zur Abschätzung ihrer Lebensqualität und seelischen Gesundheit schlechter ab", berichtet Köhler.

Gründe für den Geschlechtsunterschied noch nicht bekannt
Warum die Krankheit bei Frauen schwerer verläuft, ist den Wissenschaftlern und Medizinern noch nicht genau bekannt. „Möglicherweise sind Frauen gegenüber Atemwegserkrankungen generell empfindlicher, zumal ihre Atemwege schon allein anatomisch gesehen im Vergleich zu denen von Männern filigraner und kleiner sind", erläutert Köhler. „Oder aber Frauen werden stärker von den COPD-Folgeerkrankungen - wie Gewichtsverlust, Lungenfunktionsverlust und Depressionen - getroffen als Männer, so dass sie insgesamt mehr unter der Krankheit leiden. Gleichzeitig können gerade Depressionen auch das subjektive Empfinden der Krankheitsbeschwerden oder sogar deren Manifestation stark beeinflussen. In der genannten US-Studie konnte mit radiologischen Methoden nachgewiesen werden, dass sich die Wände der Atemwege bei Frauen durch eine COPD stärker verdicken als bei Männern, was den Durchmesser ihrer Atemwege weiter verringert, so dass sie schwerer Luft bekommen als männliche Patienten derselben Krankheitsstufe. Insofern beobachten wir auch bei uns in der Klinik bei gleicher Schwere der Erkrankung - das heißt mit einem vergleichbaren Grad der Atemwegsverengung und der Lungenüberblähung, die bei COPD fortschreitend sind - eine ausgeprägtere Atemnot bei weiblichen im Vergleich zu männlichen Patienten", bestätigt Köhler.

COPD bei Frauen wird immer häufiger
Im Jahr 2000 erkrankten in den USA erstmals mehr Frauen als Männer an COPD. „Auch hierzulande haben die Frauen im Laufe des letzten Jahrhunderts die Männer hinsichtlich Häufigkeit, Menge und Dauer des Rauchens eingeholt, so dass jetzt auch ihre Rauchgewohnheiten - und nicht nur die der Männer - klinisch zu Buche schlagen", erklärt Köhler. „Doch auch wegen der im Vergleich zu Männern größeren Empfindlichkeit von Frauen gegenüber COPD, müssen wir in Zukunft mit einer noch weiter ansteigenden Zahl von COPD-Patientinnen rechnen. Wir Lungenärzte legen daher allen Raucherinnen nahe, lieber heute als Morgen mit dem Rauchen aufzuhören oder zumindest so wenig wie möglich zu rauchen, um ihr geschlechtsbedingt ohnehin schon erhöhtes COPD-Risiko so klein wie möglich zu halten", empfiehlt Köhler.

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