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10.08.2007

Stress in der Schwangerschaft steigert Rate an Fehl- und Frühgeburten

Negativer Stress in der Schwangerschaft kann die Gesundheit des Kindes gefährden und erhöht das Risiko für Geburtskomplikationen. Dieser Zusammenhang wurde in einer aktuellen, bisher noch unveröffentlichten Studie der Berliner Charité deutlich, an der etwa 1000 schwangere Frauen teilgenommen haben. Ähnliche Ergebnisse wurden zuvor auch schon bei Mäusen beobachtet.

Von den Teilnehmerinnen der Untersuchung erlitten 55 eine Fehlgeburt. Die betroffenen Frauen fühlten sich besonders im ersten Drittel ihrer Schwangerschaft gestresst. Bei Ihnen wurde zum Teil ein deutlich erniedrigter Spiegel des Schwangerschafts-Hormons Progesteron im Verlauf der Schwangerschaft festgestellt. Weitere Risikofaktoren dieser Frauen waren ein Alter über 33 Jahre und Übergewicht. Auch Frühgeburten und ein niedriges Geburtsgewicht des Kindes kamen bei den stressbelasteten Frauen häufiger vor als bei den anderen Schwangeren.

Es gab auch Hinweise darauf, dass der vorgeburtliche (pränatale) Stress dauerhaft Einfluss auf die Gesundheit der Nachkommen nimmt. Die Kinder - von denen inzwischen ein Drittel drei Jahre und älter sind - wurden nachuntersucht. Dabei wurde bei denjenigen, deren Mütter stressbedingt verringerte Progesteron-Werte aufwiesen, vermehrt Neurodermitis festgestellt. Im Tierversuch wurde bei so genannten „Stressbabys" häufiger Asthma beobachtet. Als möglicher Grund hierfür wurde angeführt, dass stressbedingte Entzündungsreize den Blutfluss zum Mutterkuchen einschränken könnten und dadurch die Ernährung des Kindes im Mutterleib gefährdet ist.

Stress greif in verschiedene Signalwege des Körpers ein
Stress beeinflusst das fein aufeinander abgestimmte Zusammenwirken von Hormonen und dem Immunsystem des Menschen. Dabei steigern die beiden Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin die Produktion von entzündungsfördernden Zytokinen, das sind Substanzen die bei einer Immunantwort freigesetzt werden. Dadurch erhöht sich die Gefahr, dass das ungeborene Kind abgestoßen wird. Progesteron spielt auch als Wehenhemmer eine wichtige Rolle - niedrige Werte dieses Hormons im Blut können Fehlgeburten zur Folge haben.

Weitere Forschungsarbeiten sollen klären, welche schwangeren Frauen von einer zusätzlichen Gabe von Progesteron profitieren könnten. Im Tierversuch gelang es bereits Fehlgeburten, die durch Stress ausgelöst wurden, zu verhindern.

Quelle: Ärztliche Praxis

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