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31.12.2007

Junge Frauen sollten sich vor Chlamydien-Infektionen schützen

Besonders Mädchen und junge Frauen müssen sich vor einer Ansteckung mit Chlamydien in Acht nehmen, da sie spätere Kinderlosigkeit zur Folge haben kann. „Das Problem bei einer Infektion mit diesen winzigen Bakterien sind nicht so sehr die akuten Krankheitszeichen, sondern vielmehr die drohende Langzeitfolge Unfruchtbarkeit", warnt Dr. Werner Harlfinger, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte in Rheinland-Pfalz. „Bis zu 80% der infizierten Frauen zeigen keine Symptome. Eine lang zurückliegende Infektion wird oft erst Jahre später bemerkt, wenn der Kinderwunsch nicht in Erfüllung geht."

Chlamydien sind an erster Stelle der sexuell übertragbaren Krankheiten
Obwohl die Infektion mit Chlamydien die häufigste Geschlechtskrankheit in Deutschland ist und sie als Hauptverursacher infektionsbedingter Sterilität gilt, ist die Erkrankung weitgehend unbekannt. Vor allem Teenager und junge Frauen sind gefährdet, weil die Bakterien bevorzugt einen bestimmten Zelltyp befallen, der in jungen Jahren im weiblichen Genitaltrakt vermehrt vorkommt. „Der Gebrauch von Kondomen beim Geschlechtsverkehr kann die Gefahr einer Ansteckung mit Chlamydien beträchtlich verringern", empfiehlt der Gynäkologe. „Einen 100-prozentigen Schutz bieten sie allerdings auch nicht."

Bei Mädchen und jungen Frauen beginnt die Infektion meist mit einer Entzündung des Gebärmutterhalses, die über lange Zeit keine Beschwerden verursacht. Bei über der Hälfte der Betroffenen entwickelt sich eine Gebärmutterschleimhaut-Entzündung, die sich durch leichte Zwischenblutungen und Unterbauchschmerzen bemerkbar machen kann. Bleibt die Infektion weiter unbehandelt, kann sie sich schließlich auf die Eileiter ausdehnen, wo es zu Vernarbungen, Verklebungen und schließlich zum Verschluss kommen kann. „In der Folge einer chronischen Infektion wird jede fünfte Frau steril und kann auf natürlichem Weg keine Kinder mehr bekommen", gibt Dr. Harlfinger zu Bedenken.

Frauen und Mädchen, die häufig Ausfluss, unklare Blutungen, chronische Bauchschmerzen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Wasserlassen haben, sollten diese Warnzeichen unbedingt von einem Frauenarzt abklären lassen. Auch Frauen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern sollten sich regelmäßig testen lassen, auch dann, wenn sie keine Symptome haben. „Eine einfache Abstrichuntersuchung - ähnlich wie bei der Vorsorge für Gebärmutterhalskrebs - kann rasch Gewissheit schaffen", rät der Gynäkologe aus Mainz.

Die Therapie einer Chlamydien-Infektion ist relativ unkompliziert. In der Regel werden je nach Erkrankungsstadium für ein paar Tage oder zwei Wochen Antibiotika eingenommen. „Wichtig ist, dass im Fall einer Infektion auch der Partner auf Chlamydien untersucht und ebenfalls behandelt wird", fügt der Landesvorsitzende hinzu.



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